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Jugendliche mit Handicap besuchen Tanzkurs

Lehrte Jugendliche mit Handicap besuchen Tanzkurs

Tanzen macht einfach gute Laune. Das finden auch die 14 jungen Männer und Frauen, die in der Lehrter Tanzschule Jegella derzeit mit großer Begeisterung einen Tanzkurs für Menschen mit Handicap besuchen.

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Am liebsten mit netter Dame: Thaddeus (16) hat das Down-Syndrom und Tanzpartnerin Annika Hinz bestens im Griff.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Friederike tanzt am liebsten zu zweit. Thaddeus dreht beim Paartanz mit Wonne die Damen ein. Sven-Erik mag besonders die Gruppentänze. Und Julius lässt für seine Tanzstunde sogar mal ein Fußballspiel seiner Lieblingsmannschaft  Hannover 96 sausen.  Alle fünf haben eines gemeinsam: Sie haben das Down-Syndrom und lernen in der Tanzschule Jegella derzeit das Tanzen.

Im Tanzkurs für Menschen mit Handicap geht es sonnabends von 15 bis 16 Uhr ausgesprochen fröhlich zu. Ob allein oder mit Partner, in der Reihe oder im Kreis, Walzer oder  Discofox - den Teilnehmern ist der Spaß anzumerken. Sie recken begeistert die Arme in die Höhe, fassen sich kichernd an den Händen, drehen ihren Partner ein, verknoten sich dabei - und lachen noch mehr.

"Es geht nicht darum, den Teilnehmern die perfekten Tanzschritte beizubringen, sondern darum, sich gemeinsam zu bewegen, die Musik zu spüren und Spaß zu haben", erklärt Tanzschulchef Oliver Jegella. Ninette Jegella hat den Unterricht auf die Bedürfnisse der Teilnehmer ausgerichtet: "Weil es für Paare schwieriger ist vorwärts und rückwärts zu tanzen, habe ich die Schritte auf seitwärts umgestellt."

Auf dem Tanzparkett tummeln sich derzeit Behinderte zwischen 15 und 24 Jahren. Sie kommen aus Lehrte und der Region Hannover. Die meisten von ihnen haben das Down-Syndrom. "Wir sind aber auch für Menschen im Rollstuhl offen", sagt Oliver Jegella.

Auch Eltern, Geschwister und Betreuer können mitmachen.  "Das Schöne ist, dass jeder mit jedem tanzt und keiner Berührungsängste hat", sagt Alfred Dröse aus Dolgen, der Vater von Thaddeus. Der 16-Jährige tanzt im Kurs gern mit seiner nicht behinderten Schwester Cäcilia. Ronja (15) sieht es dagegen lieber, wenn Mama Claudia Peterschun aus Burgdorf nicht mit auf der Tanzfläche ist. "Ich verweile dann mit anderen Eltern beim Kaffee", sagt Peterschun und lacht.

Der Kursus ist vor drei Wochen gestartet und geht noch bis Ende März. Im Sommer gibt es einen Abschlussball. Einen Tanzkurs für Menschen mit Behinderung hat Jegella schon von einigen Jahren einmal angeboten. Die Reihe war jedoch irgendwann im Sande verlaufen. "Jetzt haben wir den Kurs zu neuem Leben erweckt und möchten, dass er zu einer festen Größe wird", sagt Oliver Jegella. Der Einstieg ist jederzeit möglich.

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Von Katja Eggers

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