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Junge Kicker werden Freunde

Lehrte Junge Kicker werden Freunde

Das Mandela-Fußballteam aus Flüchtlingen hat bereits bundesweit Schlagzeilen gemacht. Jetzt plant der Verein Yurdumspor die Jugend-Variante: 13 minderjährige Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan sollen eine Mannschaft werden – und im Idealfall sogar irgendwann am Ligabetrieb teilnehmen.

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Freunde sollt ihr sein - egal ob aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan: Beim Fußball spielen die Nationalitäten keine Rolle.

Quelle: Kühn

Lehrte. Straßenfußball haben sie alle in ihren Heimatländern gespielt. Sport als Integrationsmotor ist daher auch das erklärte Ziel des Vereins. „In einer Mannschaft fühlen sie sich geborgen, und es fördert das soziale Miteinander“, sagt Dirk Ewert, Integrationsbeauftragter bei Yurdumspor.

Denn die Flucht habe Spuren hinterlassen, ergänzt Sigurd Rohloff von der AWO-Region Hannover, die die Gemeinschaftsunterkunft an der Manskestraße betreibt, in der die jungen Flüchtlinge wohnen. Viele litten durch die brutale Gewalt, die sie erlebt haben, und die Ungewissheit vor der Zukunft unter Schlaf- und Angststörungen.„Gemeinschaft ist da wichtig.“

Beim Sport könnten sie das alles vergessen, hat auch Mildred Meschede vom Verein für Erlebnispädagogik und Jugendsozialarbeit beobachtet. Sie will auch sechs Jugendliche in die Mannschaft integrieren. Und es fördere das Deutschlernen - denn das sei die einzige gemeinsame Sprache. Konflikte unter den Nationalitäten gebe es nicht.

Trainiert wird einmal die Woche in der Soccerhalle des SV 06 Lehrte. Die Kosten von 50 Euro pro Einheit schießt Yurdumspor zunächst aus Preisgeldern für sein Mandela-team bis Ende März vor - doch hofft der Verein dringend auf Spenden. Denn es fehlen auch noch Fußballschuhe, Schienbeinschoner, Trainingsanzüge und Trinkflaschen. „Ob und wann wir am Spielbetrieb teilnehmen können, müssen wir noch sehen“, sagt Ewert. Denn auch das koste Geld, etwa für Spielerpässe - und es wäre wie beim MandelaTeam die erste Jugend-Flüchtlingsmannschaft bundesweit. Auch ein Name muss noch gefunden werden. AWO-International und Bastian Schweinsteiger sind bereits verworfen worden.

Einen großen Erfolg sieht Ewert darin, dass mit Ayas Dawood bereits ein Flüchtling als ehrenamtlicher Trainer mitwirkt. Yurdumspor-Chef Yetis Ozdemir appelliert an andere Vereine, auch Mannschaften für Flüchtlinge zu gründen. Die Ehrenamtlichen stießen bereits an ihre Grenzen.

Interview

Was bedeutet das neue Fußballteam von Yurdumspor für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge? Darüber sprach Mischal (15) aus dem Irak, der seit November in Lehrte lebt, mit Redakteur Oliver Kühn.

Hast du im Irak auch schon Fußball gespielt?

Ja, aber nur in der Schulmannschaft und auf der Straße. Fußball ist aber mein größtes Hobby. Am liebsten würde ich Fußballprofi werden. 

Warum hast du dich für das Fußballteam gemeldet? 

Hier sind meine Freunde. Wir halten zusammen, gehen spazieren und essen gemeinsam. Aber es gibt manchmal Sprachprobleme. 

Was machst du außer Fußball spielen? 

Ich lerne jeden Tag Deutsch und kann schon viel verstehen. Manchmal gehe ich in den Jugendtreff, und am Montag komme ich zur IGS in die Schule. Aber ich vermisse meine Familie, die noch im Irak ist. 

Wie bist du nach Deutschland gekommen? 

Das war schwer. Manchmal konnte ich in einem Auto mitfahren. Aber meistens bin ich gelaufen.

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