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Junges Paar verliert bei Wohnungsbrand Hab und Gut

Aligse Junges Paar verliert bei Wohnungsbrand Hab und Gut

Der Brand in einem Haus in der Dammfeldstraße in Aligse hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst - sowohl im Ort selbst als auch im Internet. Ein Feuer hatte am Sonnabendnachmittag die Küche im Obergeschoss zerstört und auch die anderen Räume stark in Mitleidenschaft gezogen.

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Die Küche im Obergeschoss des Hauses in der Dammfeldstraße in Aligse ist zerstört. Auch die anderen Zimmer sind unbewohnbar.

Quelle: Kühn

Lehrte. Seit Montag sind sich die Brandermittler aus Hannover sicher: Ursache war ein technischer Defekt des Kühlschranks. Der Schaden liegt bei rund 50.000 Euro. Ein junges Paar hat dadurch nicht nur seine Bleibe, sondern auch sein gesamtes Hab und Gut verloren. Jetzt wollen viele Lehrter im Internet auf Facebook und der Ortsrat schauen, wie sie helfen können.

Dass das Netzwerk Facebook den Zusatz „sozial“ manchmal tatsächlich verdient, zeigt das Engagement von Nutzern in der Gruppe „Du bist Lehrter, wenn ...“. Kurz nach Ausbruch des Feuers am Sonnabendnachmittag an der Dammfeldstraße in Aligse stellte eine Nutzerin die Frage, wo es denn brenne – und trat damit eine Welle der Hilfsbereitschaft los.

Werner Schwan aus Immensen sagte sofort 50 Euro für die Unterbringung des jungen Pärchens zu: „Bei einem Brand geht es meistens um ein verlorenes Heim und um Existenzen.“ Frauke Trojan bot an, bei Bedarf Geschirr beizusteuern. Immobilienmakler Sebastian Fesser aus Hannover, der 34 Jahre in Lehrte gewohnt hat, teilte mit, dass er gerade zwar nicht mit einer möblierten Wohnung aushelfen könne – doch ein Unterschlupf fürs Erste oder Kleidung lasse sich organisieren: „Je nachdem, was gebraucht wird.“

Ortsbürgermeister Frank Seger ist von der Hilfsbereitschaft überwältigt. „Das ist gelebte Dorfgemeinschaft.“ Er kündigte an, mit dem Ortsrat über mögliche Unterstützung zu sprechen. Er habe bereits viele Anfragen von Lehrtern erhalten, die helfen wollen.

Auch die betroffenen Mieter Mara Wüstefeld und Alex Finsterbusch sind von so viel Anteilnahme gerührt. „Wir haben unsere gesamte Einrichtung verloren“, sagt die 18-Jährige. „Es war unsere erste gemeinsame Wohnung.“ Sie wohne mit ihrem Freund jetzt bei ihrem Schwager. Alex Finsterbusch will sich von dem Schicksalsschlag nicht entmutigen lassen. „Wir bauen alles wieder auf“, betont der 26-Jährige. Am Dienstag komme die Versicherung, um die Schadensregulierung abzuklären.

Für Hausbesitzer Hans-Georg Borchard ist es das zweite Feuer. Vor 25 Jahren brannte seine Werkstatt nebenan ab. „Die Anteilnahme gibt uns Trost“, sagt seine Frau Roswitha. Viele Nachbarn haben Hilfe angeboten. Ein Lob hatte sie für die Feuerwehr. Die sei sehr vorsichtig vorgegangen, sodass es kaum Wasserschäden gibt: „Die haben tolle Arbeit geleistet.“

Von Oliver Kühn

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