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KRH will keinen „Tod auf Raten“

Lehrte KRH will keinen „Tod auf Raten“

Beim Bürgerdialog zur Medizinstrategie 2020 und der Zukunft des Lehrter Krankenhauses hat das Klinikum Region Hannover die vier Varianten erläutert. Von Bürgern und Politikern gab es Kritik wegen mangelnder Transparenz des Bewertungsverfahrens.

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Regionspräsident Hauke Jagau hat beim Bürgerdialog zur Zukunft des Lehrter Krankenhauses Bürgern Rede und Antwort gestanden.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. Um den rund 100 Besuchern den Wind aus den Segeln zu nehmen, erklärte Regionspräsident Hauke Jagau gleich zu Beginn: „Ich habe mich noch nicht auf eine Variante festgelegt.“ Selbst von einem Neubau (Variante 1) sei er noch nicht überzeugt - diesen hatte eine interne Expertengruppe aus beiden Kliniken allerdings mit Abstand als Favorit genannt.

Auch die Variante 4, eine Stärkung der Klinik in Großburgwedel mit 423 Betten und ein Abschmelzen des Lehrter Krankenhauses auf nur noch 50 Betten mit den drei Restangeboten Innere Medizin, Dialyse und Geriatrie wäre sinnvoll, ergänzte Matthias Bracht, KRH-Ge- schäftsführer Medizin: „Geriatrie gibt es im Nordosten derzeit nicht.“

Dass den Lehrtern ihr Krankenhaus lieb sei, könne er verstehen. Doch die Zahlen sprächen eine andere Sprache: Aufgrund des begrenzten Angebots könnten nur 40 Prozent aller nötigen Behandlungen der Bevölkerung vor Ort in Lehrte erbracht werden. Die Menschen führen eben heute schon weit, um einen Spezialisten aufzusuchen, sagte Jagau: „Die Sehnder müssen ja auch fahren.“ An einer Spezialisierung gehe deshalb nichts vorbei. Denn niemand wolle einen „Tod auf Raten“, wie es Bracht ausdrückte.

Deshalb müsse sich etwas tun, betonte Jagau: „Das Land gibt Fördermittel nur bei strukturellen Veränderungen.“ Variante 2 etwa, die Stärkung beider Kliniken mit Schwerpunkten, müsste die Region Hannover zu 100 Prozent alleine tragen. Konkrete Zahlen zu nötigen Investitionen gab es nicht. In den beiden Krankenhäusern gebe es etwa bei der Inneren Medizin oder der Chirurgie zu viele Doppelangebote, die zu viel kosteten und für die man langfristig - Stichwort Fachkräftemangel - auch kein Personal bekomme.

Der Lehrter SPD-Fraktionsvorsitzende Bodo Wiechmann wollte das so nicht schlucken. Variante 2 mit einer Stärkung beider Kliniken sei „zukunftsfähig und hochwertig“ - dafür erhielt er viel Beifall vom Publikum. „Die Gewichtung der Kriterien ist nicht nachvollziehbar.“ Ähnlich äußerten sich Bürger und auch Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Dündar Kelloglu (Grüne) befürchtet, dass die Lehrter bei einer Schließung des Krankenhauses nicht zu dem Neubau im Nordosten, sondern gleich nach Hannover fahren würden.

Die CDU hat sich auf eine Stärkung beider Häuser festgelegt: „Die Variante 4 soll nur spalten, damit ist Lehrte nicht überlebensfähig“, sagte Fraktionschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. Der Lehrter CDU-Regionsfraktionsvorsitzende Bernward Schlossarek bemängelte das „Hauruckverfahren“: „Ohne konkrete Zahlen entscheiden wir nichts.“

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