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Kahlschlag in Ahlborns Busch erregt die Gemüter

Lehrte Kahlschlag in Ahlborns Busch erregt die Gemüter

Ärger um Ahlborns Busch: Die Interessengemeinschaft Expo Racer als neuer Pächter richtet das 7000 Quadratmeter große Grundstück südlich des alten Lehrter Dorfs als Parcours für Modellautos her, hat Bäume gefällt und Mulden verfüllt - und fühlt sich auf dem Privatgrundstück dazu im Recht. Vertreter von Hegering und Realverband sind indes entsetzt.

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Auf dem Grundstück in Ahlhorns Busch in der Gemarkung südlich des Alten Dorfs Lehrte sind Bäume gefällt und Mulden verfüllt worden. Ob dies rechtlich zulässig war, prüfen Stadt und Region derzeit.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. In der vergangenen Woche hat Hartmut Scholz Alarm geschlagen. Der Leiter des Hegerings Das Große Freie der Jägerschaft Burgdorf, zu der auch Lehrte gehört, ist entsetzt, was auf dem Grundstück vor sich geht. „Wir pflanzen überall neu an, um Tieren ein Rückzugsgebiet zu geben. Und dort wird eines der letzten Feuchtbiotope in der Lehrter Feldmark plattgemacht.“

Mehr als 50 Bäume und Büsche seien bereits entfernt worden. Und viele Mulden, vor Jahrzehnten vermutlich durch Tonabbau entstanden, seien mit Erde verfüllt worden. „Das sind aber Lebensräume für Frösche, Molche und Lurche“, sagt Scholz.

Ähnlich sieht es auch der Lehrter CDU-Vorsitzende Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. „Das ist eines der letzten großen Feldgehölze mit großem Baumbestand“, sagt der Christdemokrat, der sich auch beim Ackerlehrpfad des Stadtmarketingvereins engagiert und die Gegend seit seiner Kindheit kennt. Der Realverband Lehrte hat bereits reagiert und der Interessengemeinschaft (IG) Expo Racer untersagt, weiter Erde vom oder zum Grundstück zu transportieren. Das gehe allerdings auf einen alten Verbandsbeschluss zurück, grundsätzlich Erdtransporte auf asphaltierten Feldwegen zu verbieten, sagt der Vorsitzende Jürgen Behre.

IG-Sprecher Bastian Bührig bewertet die Situation völlig anders. „Dies ist ein Privatgrundstück, für das es keine Naturschutzauflagen gibt“, sagt er. Das Grundstück sei verwahrlost und vermüllt gewesen. Das bestätigt Ralf Schmidt, Geschäftsführer der Harkenstedt II GmbH und Co. KG, der das Grundstück gehört: „Wir hatten dort viele Vandalismusschäden und haben auch schon Strafanzeige wegen illegaler Müllentsorgung gestellt.“

Mit seinen Mitstreitern habe er am Eingang Mulden verfüllt und eingeebnet sowie Pappeln und eine Birke gefällt - aber keine Eichen, sagt Bührig: „Wir sind uns keiner Schuld bewusst und haben nichts Illegales getan.“ Die IG aus zehn Erwachsenen und acht Kindern hat Ahlborns Busch seit dem 1. Oktober gepachtet und will vom Expogelände nach Lehrte ziehen, um dort einen Parcours für ferngesteuerte Modellautos zu bauen und seine Jugendarbeit auszuweiten.

Wer nun Recht hat, muss sich noch zeigen. Die Stadt prüft derzeit, ob die Pläne der IG eine nicht angemeldete Nutzungsänderung darstellen, die genehmigungspflichtig gewesen wäre. Die Region Hannover untersucht, ob es sich bei Ahlborns Busch um ein schützenswertes Biotop handelt, unerlaubte Eingriffe in Natur und Landschaft stattgefunden haben und ob Waldrechte berührt wurden. Ergebnisse sollen noch in dieser Woche vorliegen.

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