Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Kaum Vorbehalte gegen Flüchtlingsunterkunft

Lehrte Kaum Vorbehalte gegen Flüchtlingsunterkunft

Gegen das im Bau befindliche Mehrfamilienhaus für 70 Flüchtlinge an der Tiefen Straße gibt es bei Anwohnern kaum Vorbehalte. Weil dort langfristig ein neues Wohngebiet entsteht, gab es bei einer Einwohnerversammlung der Stadt mehr Fragen zur Zukunft - etwa nach Einkaufsmöglichkeiten und einer Buslinie.

Voriger Artikel
Die Fehde zwischen Norddorf und Süddorf
Nächster Artikel
Hauptschüler machen Werbung für ihr Fest

So könnte das Mehrfamilienhaus der Lehrter Wohnungsbau für Flüchtlinge in der Tiefen Straße aussehen.

Quelle: Lehrter Wohnungsbau

Lehrte. Parallel zum Rückgang der Zahl ankommender Flüchtlinge scheint auch das Interesse an den Informationsveranstaltungen über Flpüchtlingsunterkünfte abzunehmen. Nur 30 Bürger waren am Montagabend in die Städtische Galerie gekommen. Und Ulrich Bode, Leiter des Lehrter Polizeikommissariats, gab gleich zu Beginn Entwarnung: "Die 1100 Flüchtlinge in der Stadt machen uns so gut wie keine Arbeit." Auch wenn es unter ihnen mal einen Ladendieb gebe oder eine Schlägerei unter Alkoholeinfluss. Dann fragte er das Publikum direkt: "Fühlen Sie sich in Lehrte sicher?" Das allgemeine Kopfnicken nahm auch die Stadtspitze mit Genugtuung zur Kenntnis.

Entsprechend unaufgeregt waren die Äußerungen der Bürger. Langfristig brauche man für die Tiefe Straße eine Busverbindung, sagte ein Anwohner aus dem Drosselweg. Fehlende Einkaufsmöglichkeiten beklagte eine Bewohnerin aus dem Amselweg. Doch da könne die Stadt nichts machen, entgegnete Bürgermeister Klaus Sidortschuk: "Wir können kein Unternehmen zwingen, sich dort anzusiedeln." Ähnlich sei dies mit Ärzten. Frank Wersebe, Geschäftsführer der Lehrter Wohnungsbau als Bauherr der neuen Unterkunft, sagte eine Prüfung zu, ob in dem Gebiet wenigstens ein Kiosk integrierbar sei.

Ein weiterer Anwohner monierte, dass das dreigeschossige Mehrfamilienhaus sehr nah an sein Grundstück heranrücke. Ein fünf Meter breiter Grünstreifen werde dies abpuffern, versprach Wersebe. Die Befürchtung, dass um die Tiefe Straße ein Mischgebiet mit Gewerbe entstehen könnte, entkräftete der Bürgermeister. "Ich kann mir eher ein allgemeines Wohngebiet vorstellen."

Die Lehrter Wohnungsbau will das Gebäude mit zwölf Drei- bis Fünfzimmerwohnungen bis Ende des Jahres fertigstellen. Nach zehn Jahren soll es etwa mit Balkonen versehen werden und dem freien Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Das mehr als 15.000 Quadratmeter große Areal soll einmal ein reguläres Wohngebiet werden. Weitere Häuser werden aber frühestens 2019 gebaut.

doc6pk964l94dgegavxcb3

Nur 30 Anwohner sind zur Informationsveranstaltung der Stadt über die im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft Tiefe Straße gekommen.

Quelle: Oliver Kühn

Von Oliver Kühn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.