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Kein Taubenschlag im Bahnhof

Lehrte Kein Taubenschlag im Bahnhof

Aus der von einer Tierschützerin angeregten Geburtenkontrolle für die Tauben am Bahnhof Lehrte wird nichts. Dafür wäre ein Taubenschlag unter dem Dach des historischen Gebäudes notwendig. Doch dass Helfer das oberste Geschoss betreten, lässt die Bahn nicht zu. Aus Sicherheitsgründen.

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Eine Taube sitzt auf einem Balken am Lehrter Bahnhof.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Vor ein paar Wochen hatte es noch so ausgesehen, als hege die Bahn für die Idee der Geburtenkontrolle für Tauben Sympathien. Nun scheitert das Vorhaben aus rein technischen Gründen. Die Gebäudesubstanz im Bahnhof sei im Bereich des Dachgeschosses „nicht mehr für eine regelmäßige Begehung geeignet“, heißt es in einem Schreiben der Bahn-Pressestelle. Außerdem gebe es auch aus Haftungsgründen keine Möglichkeit, den Betreuungskräften des Taubenschlags Zugang zum Dachgeschoss zu geben.

Das ungewöhnliche Vorhaben von Christine Beer ist damit gescheitert. Die Tierschützerin hatte nach einem Bericht im Anzeiger über das Taubenproblem am Bahnhof vorgeschlagen, die Luken zum Dachgeschoss des Gebäudes wieder zu öffnen und den Tieren dort Regale mit Blumenuntersetzern als Nisthilfen anzubieten. Wenn die Tauben dort ihre Eier ablegten, könne man diese durch Attrappen aus Gips ersetzen, schlug Beer vor.

Dieses System der Kontrolle für eine Taubenpopulation funktioniere unter anderem in Hannover-Linden und auch in einigen westdeutschen Großstädten schon seit Jahren, betonte die Tierschützerin. Es sorge auch dafür, dass die Tiere ihre Nester nicht mehr im Gestänge der Bahnsteigüberdachungen bauten und die Steige mit Kot übersäten - ein Problem, dass viele Lehrter massiv verärgert.

Voraussetzung für das Vorhaben war jedoch ein Zugang zum Dachgeschoss des Bahnhofsgebäudes. Dass die Bahn diesen nun ausschließt, macht Beer nicht mutlos. „Dann müssen wir über Alternativen nachdenken“, sagt sie.

Beer hatte erst vor wenigen Tagen vermeldet, dass sie für ihr Projekt Taubenschlag einen Helfer gefunden habe, denn ganz allein hatte sie es nicht anpacken wollen. Nun sucht sie nach weiteren Mitstreitern. Erreichbar ist Beer unter Telefon (01 63) 6 60 76 90.

Die Bahn kündigte unterdessen an, sich selbst um das Taubenproblem in Lehrte kümmern zu wollen. Das Unternehmen setzt dabei auf konventionelle Mittel. Man habe „eine Fachfirma beauftragt, die Einflugmöglichkeiten zu verschließen“ und die Bereiche über den Bahnsteigen mit „Taubenabwehrsystemen“ zu versehen. Gemeint sind damit offenbar Netze und Stachelleisten auf Simsen und Gestängen.

Eine Säuberung der mit Taubenkot verdreckten Flächen auf dem Mittelbahnsteig und am Empfangsgebäude soll es nun auch geben. Man müsse dazu aber noch einen Termin abstimmen, heißt es seitens der Bahn.

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