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Kleingärtner bieten Parzelle für Flüchtlinge

Aligse Kleingärtner bieten Parzelle für Flüchtlinge

Der Kleingartenverein Aligse möchte einer Flüchtlingsfamilie künftig kostenlos einen Pachtgarten zur Verfügung stellen. Die Kleingärtner wollen damit einen Beitrag zur Integration leisten - die Flüchtlinge sollen die Parzelle nicht nur selber bewirtschaften, sondern auch in die Vereinsgemeinschaft aufgenommen werden.

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Bärbel Lazarowicz stellt die Parzelle vor, die der Aligser Kleingartenverein einer Flüchtlingsfamilie künftig kostenlos zur Verfügung stellen möchte.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. "Ach, da kann man ganz viel draus machen", sagt Bärbel Lazarowicz, Schriftführerin des Kleingartenvereins Im Wiesengrund, und öffnet das Gartentor zu Parzelle 18. Das ist der Garten, den die Kleingärtner gern einer Flüchtlingsfamilie überlassen möchten. Das Grundstück ist etwa 680 Quadratmeter groß. Es gibt eine Rasenfläche, einen Nutzgartenbereich, eine  Sitzecke, eine Gartenlaube und ein kleines Gewächshaus. Ein Wasseranschluss mit Pumpe und Strom sind ebenfalls vorhanden.

Der einst idyllische Garten gehörte zuletzt einer jungen Familie. Seit einem Jahr wurde dort jedoch nichts mehr gemacht. Die Beete sind zugewuchert, der Rasen steht hoch. Die Vereinsmitglieder wollen den Garten daher zunächst in Schuss bringen. Die Flüchtlingsfamilie könnte ab Juli in den Garten. "Wenn sie selber mit anpacken, ginge es vermutlich auch schon früher", sagt Lazarowicz. Mit Gartengeräten würden die Kleingärtner aushelfen.

Der Kleingartenverein stellt den Flüchtlingen Parzelle 18 kostenlos zur Verfügung. Auf die übliche Abstandszahlung für den Wasser- und Stromanschluss in Höhe von 1000 Euro würde der Verein verzichten, solange die Familie kein eigenes Einkommen hat. Die Flüchtlinge müssten zudem keinen Pachtzins zahlen. Strom- und Wasserverbrauch wird zum Jahresende nach Verbrauch abgerechnet, Teilzahlung ist möglich.

Die Idee, Flüchtlingen in dieser Form ein Parzelle zu überlassen, ist völlig neu und kam im Vorstand auf. Dass die Integration fremdsprachiger Mitbürger durch Einbindung ins Vereinsleben gelingen kann, haben die Kleingärtner aber bereits mit Spätaussiedlern gemacht. Der Kleingartenverein war 1947 gegründet worden, um den Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten ein Stück Land zur Eigenversorgung zur Verfügung zu stellen.

"Mit dem Pachtgarten für Flüchtlinge wollen wir auch in der heutigen Zeit soziale Verantwortung übernehmen", sagt Lazarowicz. Um Kontakt zu interessierten Flüchtlingsfamilien zu bekommen, hat der Kleingartenverein bereits zur Initiative Lehrte hilft aufgenommen. Anfragen können zudem per E-Mail an Kleingarten-Aligse@gmx.de gerichtet werden.

Von Katja Eggers

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