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Nachbarn schimpfen auf Neubaugebiet

Lehrte Nachbarn schimpfen auf Neubaugebiet

Im Kampf für den Erhalt ihrer Kolonie an der Manskestraße haben die Mitglieder des Kleingartenvereins Feierabend jetzt auch die Anwohner der umliegenden Straßen auf ihrer Seite. Am Infostand der Kolonie haben Nachbarn ihrer Empörung über das geplante Neubaugebiet am Sonnabend gehörig Luft gemacht.

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Kleingärtner der Kolonie Feierabend und Nachbarn spannen ein 14 Meter langes Flatterband - und zeigen damit, wie hoch die Wohnblöcke des geplanten Neubaugebietes einmal sein könnten.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. "Spazierengehen im Grünen kann ich dann ja wohl vergessen", sagte Detlef Behring, Anwohner der Straße Auf den Blockäckern. Mit dem Abriss der Kleingartenkolonie würden für ihn Spazierwege wegfallen. Behring befürchtet auch mehr Lärm durch zunehmenden Straßenverkehr und Schallreflektion: "Wenn auf dem Gelände der Kleingärtner bis zu 14 Meter hohe Wohnblöcke entstehen, werden diese den Schall der Bahnlinie und der Autobahn reflektieren."

August Borgholte, der ebenfalls an der Straße Auf den Blockäckern wohnt, sorgt sich, dass rund um das neue Baugebiet die Parkplatzprobleme zunehmen. Er rechnet damit, dass die Straße Auf den Blockäckern durch den Baulastverkehr kaputt geht und saniert werden muss. "Welche Straße hält das schon aus, wenn da zwei Jahre lang die 40-Tonner fahren?", fragte sich auch Behring.

Er und Borgholte gehörten am Sonnabend zu den Anwohnern, die der Einladung des Kleingartenvereins Feierabend gefolgt waren und sich auf dem Parkplatz der Kolonie über die Folgen eines Abrisses der Kleingärten austauschten.

Die Kleingärtner spannten dort ein Flatterband über eine Länge von 14 Metern und zeigten so, wie hoch die geplanten Wohngebäude einmal sein könnten. "Die Anwohner hätten dann keine freie Sicht mehr, sondern würden statt auf grüne Gärten auf graue Betonklötze gucken", erklärte Gerd Posywio vom Kleingartenverein. Mit dem Abriss der Kolonie verliere Lehrte eine wichtige grüne Lunge. "Die Emissionen durch die A2 werden dann nicht mehr gefiltert", betonte er.

Anwohner der Straße Auf den Blockäckern und des Kreuzbuchenwegse haben ihren Widerspruch bereits als Sammelbeschwerden bei der Stadt eingereicht. "Sollte das Baugebiet kommen, werden wir uns auf keinen Fall an Kosten für den Ausbau oder die Erneuerung der Straße geschweige denn das Anlegen eines Fußweges beteiligen", machte Hans-Dieter Schulz aus dem bisher verkehrsberuhigten Kreuzbuchenweg klar.

In der Sammelbeschwerde hatten die Anwohner zudem formuliert, dass sie die geplanten Wohnblöcke ablehnen. Bei allen bisherigen Neubaugebieten sei auf den Erhalt des Siedlungsbildes geachtet worden. "Mit welcher Berechtigung darf hier jetzt mehrstöckig gebaut werden?", fragte Schulz und verwies auf die benachbarten Häuser, die allesamt niedriger sind.

Birgit Winkler, Anwohnerin der Straße Am Wacholder, will ebenfalls weiter für den Erhalt der Kleingärten kämpfen. "Ich dachte, dass der Abriss bereits beschlossene Sache ist, aber das stimmt ja gar nicht", sagte sie und verwies auf die aktuelle Prüf- und Planungsphase. Bürger können die Planunterlagen noch bis zum 19. Mai im Bürgerbüro des Rathauses oder online auf lehrte.de einsehen und ihre Einwände geltend machen.

Am Montag, 8. Mai, ist das geplante Neubaugebiet ab 17 Uhr Thema in einer öffentlichen Sitzung des Bau- und Verkehrsplanungsausschusses im Baubetriebshof, Schützenstraße 51.

Von Katja Eggers

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