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Laubenpieper ziehen lautstark durch die City

Lehrte Laubenpieper ziehen lautstark durch die City

Die Laubenpieper des Kleingartenvereins (KGV) Feierabend Lehrte e.V. haben am Sonnabend ihrem Ärger Luft gemacht: Sie demonstrierten am Sonnabend gegen die angekündigte Bebauung und für den Erhalt ihrer Kolonie. Etwa 80 Personen zogen die Protestler vom Vereinsheim an der Manskestraße zum Kurt-Hirschfeld-Forum, wo sie eine Kundgebung abhielten.

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Rund 80 Kleingärtner protestieren gegen die Pläne der Stadt, das Gelände zur Wohnbebauung zu nutzen.

Quelle: Elena Everding

Lehrte. „Wir können die Entscheidung der Stadt nicht nachvollziehen“ sagt Bernd Siegert, Vorsitzender des KGV. Vor etwa drei Wochen wurden sie über die geplante Bebauung ihrer Kleingartenanlage informiert. Auf dem Gelände soll laut dem bereits 2015 vom Rat beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) eine gemischte Siedlung, aus Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern entstehen. Nach dem Konzept sollen zuerst innerstädtische Flächen bebaut werden, bevor man außerhalb Baugebiete erschließt.

„In den nächsten Jahren muss die Stadt sowieso außerhalb anbauen“, kritisiert Siegert den Plan. Die Bebauung der Kolonie würde die Nachfrage der Bauherren nur zu einem kleinen Teil decken. Da könne man gleich an den Stadtgrenzen neue Baugebiete erschließen. Der Verkauf des Geländes an die Stadt ist bereits notariell festgehalten worden.

Um „gesehen und gehört zu werden“ zogen Pächter und auch Anwohner der Anlage am Sonnabend durch die Lehrter Innenstadt. Mit Trillerpfeifen, Megafon und großem Transparent ging es, begleitet von der Polizei, zum Kurt-Hirschfeld-Forum.

Dort angekommen stellte der Pächter und Anmelder der Demonstration, Gerd Posywio, gegenüber den anderen Kleingärtnern seine Meinung zu dem Projekt klar: „Stinksauer“ sei er, da die Stadt den Verein über die Zukunft der Kolonie im Unklaren lasse. Auch warum sie ausgerechnet diese Anlage bebauen möchte, kann er nicht nachvollziehen. Posywio fordert ein „schlüssiges Konzept“ in Bezug auf einen möglichen Umzug der Kolonie und Entschädigungsmaßnahmen. „Wir werden im Dunkeln gelassen“, stellte er unter viel Applaus fest.

Ob es tatsächlich zu der geplanten Bebauung kommt, wird allerdings erst am 19. Oktober vom Rat entschieden. Dieser muss dafür die finanziellen Mittel freigeben, ohne die das Vorhaben nicht umgesetzt werden kann.

Aktives Vereinsleben bei Feierabend
Der Kleingartenverein Feierabend Lehrte e.V. besteht seit fast 90 Jahren. Das Gelände liegt zwischen den Straßen Auf den Blockäckern und Manskestraße - im Norden wird es durch den Kreuzbuchenweg begrenzt. Auf etwa 50.000 Quadratmetern haben 106 Parzellen Platz, von denen nur eine einzige nicht belegt ist. Sie haben eine Größe von 350 bis 600 Quadratmetern. 25 Cent zahlen die Pächter pro Quadratmeter, im Durchschnitt kostet ein Kleingarten 133 Euro im Jahr. Dazu kommt der Vereinsbeitrag. Erster Vorsitzender ist seit diesem Jahr Bernd Siegert. Der KGV hat die Anlage von den insgesamt sechs Eigentümern gepachtet. Mittelpunkt ist das Vereinsheim, welches für Feiern gemietet werden kann. Dort ist auch das Büro des Vereins angesiedelt. Dieser pflegt ein aktives Vereinsleben: Das An- und Abgrillen zum Anfang beziehungsweise Ende der Saison sind feste Termine. Weitere aktuelle Informationen veröffentlicht der Verein auf seiner Website www.kgv-feierabend-lehrte.de.

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Fotostrecke Lehrte: Laubenpieper ziehen lautstark durch die City

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Von Elena Everding

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