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Klinik will kein „Zulieferer“ sein

Lehrte Klinik will kein „Zulieferer“ sein

Am Freitag spricht der Aufsichtsrat des Klinikums Region Hannover (KRH) über die Zukunft der Krankenhäuser in Lehrte und Großburgwedel. Doch schon am Mittwoch sind die vier zur Diskussion stehenden Varianten durchgesickert. Die Mitarbeiter sind verunsichert. Bürgern werden die Pläne am 7. Oktober im Kurt-Hirschfeld-Forum vorgestellt.

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Das Klinikum Lehrte hat in 2014 ein Minus von 600.000 Euro erwirtschaftet.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Die vier Varianten sehen wie folgt aus:

1: Beide Kliniken werden geschlossen, dafür entsteht ein Neubau im Osten der Region.

2: Beide Krankenhäuser bleiben erhalten und werden aufgewertet.

3: Lehrte wird eine sogenannte Portalklinik für Notfälle, die schwere Fälle an das gestärkte Klinikum in Großburgwedel weiterleitet.

4: Sowohl Lehrte als auch Großburgwedel werden Portalklinik - mit weniger Fachabteilungen und Betten.

Mit Ausnahme der Variante 2 rechnen Mitarbeiter und Betriebsräte mit einem Stellenabbau und einer Verschlechterung ihrer Arbeitssituation. „Die Mitarbeiter sind verunsichert, denn das Personal wird jetzt schon immer knapper, und die Belastung nimmt zu“, sagt die Lehrter Betriebsratsvorsitzende Susanne Bühmann. Die Unzufriedenheit wachse.

Am nächsten Mittwoch soll es dazu in Lehrte eine interne Informationsveranstaltung der Geschäftsführung für Mitarbeiter geben. Sie hoffe, dass noch keine Entscheidung hinter den Kulissen gefallen ist und alle Optionen auch noch offen sind. Klar ist für Bühmann aber schon heute: Eine Portalklinik wäre die schlechteste Lösung. Nur noch „Zulieferer für andere Kliniken“ zu sein wäre eine deutliche Abstufung: „Das kann der Standort Lehrte auf Dauer nicht überleben“, sagt Bühmann. Die Attraktivität der Arbeitsplätze würde sinken.

Bürgermeister Klaus Sidortschuk wollte sich am Donnerstag noch nicht auf eine Beurteilung der vier Varianten festlegen: „Wir werden das bewerten, wenn sich der Aufsichtsrat positioniert hat.“ Er bleibe bei seiner Forderung, den Standort Lehrte zu erhalten und weiterzuentwickeln. Denn ein Krankenhaus in der Stadt, das auch das Umland versorge, sei eine Strukturfrage. „Das sehen wir, die Politik und die Menschen so.“ Das Grundstück an der Manskestraße lasse auch Erweiterungen zu - aber selbst ein Grundstück für einen Neubau habe die Stadt in petto.

Klinikum informiert die Bürger

Wie geht es mit dem Lehrter Krankenhaus und seinem Konkurrenten in Großburgwedel weiter? Darüber wollen Regionspräsident Hauke Jagau und die Geschäftsführung des Klinikums Region Hannover (KRH) in einer öffentlichen Bürgerversammlung in Lehrte informieren. Dabei werden die vier von einer Arbeitsgruppe vorgelegten Varianten näher erläutert. Besucher haben danach die Gelegenheit, Fragen an die Vertreter auf dem Podium zu stellen. Die Bürgerversammlung am Mittwoch, 7. Oktober, beginnt um 19.30 Uhr im Kurt-Hirschfeld-Forum, Burgdorfer Straße 16.

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