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Sexueller Missbrauch: Haftstrafe für Lehrter

Lehrte Sexueller Missbrauch: Haftstrafe für Lehrter

Er hat eine Zehnjährige sexuell missbraucht und eine 17-Jährige genötigt: Für diese Straftaten geht ein Lehrter jetzt ins Gefängnis. Das Landgericht Hildesheim verurteilte den Mann am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Zuvor muss der Drogenabhängige aber in eine Entziehungsklinik.

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Das Landgericht Hildesheim verurteilt einen 21-jährigen Lehrter wegen sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren Haft.

Quelle: Uli Deck

Lehrte/Hildesheim. Die Taten des 21-Jährigen hatten im Juni dieses Jahres viele Lehrter erschüttert. Auf einem Hof an der Hauptschule in Lehrte Süd hatte sich der Mann an einem Abend gegen 21.30 Uhr zwei Zehnjährigen genähert, eines der Mädchen bedrängt, festgehalten und schließlich sexuelle Handlungen an ihr vollzogen. Das wertete das Gericht jetzt als sexuellen Missbrauch.

Zwei Tage später kam es auf einem Radweg in Lehrte Süd zur Nötigung der 17-Jährigen. Der jetzt Verurteilte stoppte die Radlerin, diese kam zu Fall, und schließlich nahm der 21-Jährige erneut sexuelle Handlungen vor.

All das war für das Gericht nach Beendigung der Beweisaufnahme völlig unzweifelhaft. Der junge, arbeitslose Lehrter hatte zuvor auch keinen der Vorwürfe bestritten und betont, die ihm vorgeworfenen Taten können sich durchaus genau so zugetragen haben. Genau wisse er das aber alles nicht mehr.

Hintergrund für diese fehlende Erinnerung ist die schwere Drogenabhängigkeit des jungen Mannes. Gutachter hatten während der Verhandlung ausführlich über den gesundheitlichen Zustand des Angeklagten referiert und entsprechende Gedächtnislücken für möglich erklärt. Der 21-Jährige habe wohl im Zustand eingeschränkter Schuldfähigkeit gehandelt, hieß es. Der Angeklagte selbst hatte verdeutlicht, dass er vor beiden ihm zur Last gelegten Taten sehr viele Drogen konsumiert habe und völlig neben der Spur gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft forderte schließlich zweieinhalb Jahre Haft für den Lehrter, die Vertreter der Nebenkläger drei Jahre. Das Gericht war etwas gnädiger und verhängte zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Nach Angaben von Gerichtssprecher Felix Muntschick honorierte die Kammer mit diesem Strafmaß auch die Bereitschaft des 21-Jährigen, so umfassend auszusagen wie es ihm möglich war. Außerdem erklärte sich der Mann bereit, Schmerzensgeld zu zahlen: 2000 Euro an die Familie der Zehnjährigen und 500 Euro an jene der 17-Jährigen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zunächst wird der Verurteilte nun direkt von der Untersuchungshaft in eine geschlossene Entziehungsklinik gesteckt. Erst wenn die Therapie Erfolg zeigt, wird er seine Haftstrafe antreten. Diese kann dann, je nach Dauer des Aufenthalts in der Klinik und der sogenannten Sozialprognose für den jungen Lehrter, auch noch verkürzt werden.

Von Achim Gückel

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