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Landwirt will Mini-Biogasanlage bauen

Lehrte Landwirt will Mini-Biogasanlage bauen

Im Osten der Lehrter Kernstadt soll demnächst eine Mini-Biogasanlage entstehen. Neben dem Bauernhof von Adrian Bartels soll diese künftig aus Tiermist Strom erzeugen.

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Hier soll die Mini-Biogasanlage entstehen.

Quelle: Llorens Amparo

Lehrte. Den Mist von Pferden, Schweinen und Kühen macht sich Landwirt Bartels zunutze: An der Straße Auf der Ramhorst will er im nächsten Winter eine Vergärungsanlage bauen. Das Projekt stellte er nun im Bauausschuss vor.

„Eigentlich ist dies keine klassische Biogasanlage“, meint Stefan Krämer von der Schweizer Firma Renergon. Denn in der Anlage werden keine extra angebauten Pflanzen vergoren, sondern Tiermist. Der fällt bekanntlich immer an. Renergon beginnt mit dem Bau der Anlage, die mit ihren 75 Kilowatt sehr klein ist, wohl in den nächsten Wochen. „Wir warten nur noch auf die schriftliche Baugenehmigung“, sagt Bartels. Dass diese ausgestellt wird, ist bereits sicher. Im Frühling nächsten Jahres soll die Vergärungsanlage dann betriebsbereit sein. Etwa 650 000 Euro will Bartels in sie investiert.

Die benötigten 4000 Tonnen Mist im Jahr liefern die Tierärztliche Hochschule Hannover und umliegende Pferdehöfe an. Bei der Vergärung im luftdichten Behälter entstehen dann Biogase, die später verbrannt werden. Der Strom daraus wird in das Netz eingespeist.

Der Bauausschuss muss das Projekt zwar nicht genehmigen, trotzdem kamen einige Fragen auf. Bedenken möchte Krämer ausräumen: „Die Geruchsbelastung ist gering und stofftypisch.“ Soll heißen, dass der benötigte Dünger so oder so riecht, ob er vergärt wird oder nicht. Da das nächste Haus aber mehr als einen halben Kilometer weit entfernt steht, seien für die Nachbarn kaum Beeinträchtigungen zu erwarten, auch nicht durch Lärm.

Um den Naturschutz zu gewährleisten, seien Ausgleichsmaßnahmen geplant. Damit die Gülle nicht in den Boden sickert, werden Platten zur Lagerung gebaut. Dies sei aber im Sinne der Umwelt, da ansonsten Schadstoffe in das Grundwasser gelangten. Bartels sieht das Projekt pragmatisch. Er freut sich in erster Linie über den Dünger für seine Felder, der als Nebenprodukt entsteht. Und eines weiß er schon jetzt: „Millionär wird man mit so einer Anlage sicher nicht.“

Von Elena Everding

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