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Wie die Kultur in den Park kam

Lehrte Wie die Kultur in den Park kam

Es gibt in Lehrte mehrere Orte, in denen die Kultur eine Heimat hat. Das Kurt-Hirschfeld- Forum sieht viel Theater, und in der Alten Schlosserei gibt es Kunst, Lesungen und Konzerte. Wenn es um kleinere Auftritte in intimem Rahmen geht, kommt das Fachwerkhaus im Stadtpark ins Spiel.

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Seit 30 Jahren wird das Fachwerkhaus im Stadtpark als Ort der Kultur genutzt.

Quelle: Schütz

Lehrte. Letzteres ist aus dem Lehrter Kulturleben kaum mehr wegzudenken. In diesen Tagen jährt es sich zum 30. Mal, dass der Kulturbetrieb in das altehrwürdige Gemäuer eingezogen ist. Der Lehrter Männerchor hat 1984 das Haus übernommen und renoviert. Seitdem ist es das Vereinsheim des Chores. Doch auch andere Vereine und die Stadt nutzen das stimmungsvolle Ambiente des Gebäudes gern. Wie zur Eröffnung vor 30 Jahren soll es auch dieses Mal einen Tag der offenen Tür geben.

Das Fachwerkhaus ist selbstredend schon wesentlich älter. Das Gebäude wurde 1836 im Lehrter Alten Dorf als Scheune errichtet und stand dort bis 1946. Dann kaufte es eine Gärtnerei, ließ es abreißen und am Markscheiderweg wieder aufbauen. Dort blieb es allerdings nicht lange, denn schon 1952 zog es in den Stadtpark um. Die Stadt hatte es erworben und plante, darin ein Heimatmuseum zu eröffnen.

Chor feiert mit Gästen

Am 31. August 1985 feierte der Männerchor den Einzug ins frisch renovierte Fachwerkhaus mit einem Tag der offenen Tür. Fast auf den Tag genau 30 Jahre später wollen die Sänger einen weiteren Tag der offenen Tür feiern. Am Sonntag, 30. August, um 12 Uhr, beginnt die Feier, von 12.30 Uhr an werden der Chor, andere Nutzer des Fachwerkhauses und Gäste in halbstündiger Abfolge ein Programm auf die Bühne bringen. Eingeladen sind unter anderem die Musikschule Ostkreis, die Neue Liedertafel, der Gemischte Chor Liederkranz, Voices in Change, der Tanzkreis Lehrte, die Kindertanzgruppe von Yurdumspor, der Jazzer Charlie Ilsemann und seine Band sowie Musiker der beiden Lehrter Schützenvereine. Speisen und Getränke wird es ebenso geben wie eine Hüpfburg und einen Malwettbewerb.

Dafür hatte man bereits zahlreiche Gegenstände eingelagert, um sie später im Fachwerkhaus zu präsentieren. Als man sich die Ausstellungsstücke allerdings nach einiger Zeit wieder anschaute, hatten diese bereits derart Schaden genommen, dass sie nicht mehr zu gebrauchen waren. Die Stadt ließ daraufhin den Plan eines Museums fallen, was dem Fachwerkhaus einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf bescherte. Nur die zwischenzeitlich im Obergeschoss eingerichtete Wohnung war ab 1958 bewohnt. Das Untergeschoss lag, bis auf sporadische Nutzungen, brach.

Erst als Axel Saipa 1980 sein Amt als Stadtdirektor antrat, kam wieder Bewegung in die Sache. Saipa hatte bereits über eine kulturelle Nutzung des Fachwerkhauses nachgedacht, als 1984 ein Leserbrief in der Zeitung die Einrichtung einer Kulturstätte anregte. Beim Schützenfest in dem Jahr kamen der damalige Bürgermeister Helmut Schmezko und der Vorsitzende des Lehrter Männerchors (LMC) darüber ins Gespräch. Das Resultat war, dass der Chor das Haus renovierte und es seitdem als Chorheim nutzt.

Das Material für die Neugestaltung finanzierte größtenteils die Stadt, die vielen Handwerker im LMC taten die Arbeit. Noch bis 2035 darf der Chor das Haus unentgeltlich als Vereinsheim nutzen.

Von Michael Schütz

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