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SPD-Mann wechselt zu Linken

Lehrte SPD-Mann wechselt zu Linken

Das ist ein lokalpolitischer Paukenschlag für Lehrte: Aus Verärgerung über die Bundespartei hat der SPD-Ratsherr Christoph Lokotsch seinen Austritt angekündigt und sein Ratsmandat niedergelegt. Er wechselt mit drei weiteren Juso-Mitgliedern zu den Linken.

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Christoph Lokotsch (v.l.), André Tepper (beide SPD), und Heike Koehler (CDU) aus Lehrte überreichen fast 12 000 Unterschriften für den Erhalt des Lehrter Krankenhauses an den Regionspräsident Hauke Jagau.

Quelle: Privat

Lehrte. Er habe sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte Lokotsch auf Anfrage. Doch eine „Vielzahl von fragwürdigen Entscheidungen“ hätten es ihm nicht mehr möglich gemacht, in der SPD zu bleiben. Dazu zählten vor allem die Billigung der Vorratsdatenspeicherung, aber auch die Zulassung von Fracking, des Tarifeinheitsgesetzes, der Asylrechtsverschärfung sowie TTIP. „Auch die überwiegend gute Lokalpolitik in Lehrte kann das nicht mehr aufwiegen“, resümiert der 22-Jährige. Mit ihm verlassen auch drei weitere Mitglieder der Jusos, der SPD-Jugendorganisation, die Partei: Sprecher Felix Rissiek, Lisa Behrens und Jonas Smietana.

Doch nicht nur die Bundespolitik habe zum Rückzug aus der Sozialdemokratie geführt. Auch von der Regions-SPD und Regionspräsident Hauke Jagau sei er persönlich enttäuscht. „Mit der Schließung von Krankenhäusern brechen sie ein Wahlversprechen.“

Für Lokotsch rückt André Tepper nach. Hätte der 22-Jährige sein Mandat behalten, hätte die SPD in wichtigen Ausschüssen einen Sitz an die Grünen verloren. „Das wäre aber anrüchig gewesen“, sagt Lokotsch. Die Menschen hätten schließlich die SPD gewählt.

Lehrtes SPD-Chef Bodo Wiechmann bedauert diesen Schritt. „Wir verlieren einen Fraktions- und Vorstandskollegen, der sich etwa gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit stark engagiert und wichtige Impulse gegeben hat.“ Die Kritik an einigen bundespolitischen Entscheidungen könne er verstehen: „Insbesondere die Kritik am Beschluss zur Vorratsdatenspeicherung teile ich.“

Die Linken reiben sich indes die Hände. „Wir freuen uns darüber, dass wir hier in Lehrte nun so großen Zuwachs erhalten“, sagt Klaus Steinhaus, Vorsitzender des Stadtverbandes Lehrte-Sehnde. Seine Partei zeige eine klare Kante.

Das erste öffentliche Treffen der Linken mit ihren neuen Mitstreitern ist am Dienstag, 4. August, ab 19.30 Uhr im Anderen Kino, Sedanstraße 26a.

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