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Zytanien unter Generalverdacht?

Lehrte Zytanien unter Generalverdacht?

Rund 2000 Besucher sind am Wochenende zum Zytanienfestival auf das alte Ziegeleigelände gekommen. Alles blieb friedlich und familiär. Die Polizei indes hat bereits am Freitag bei der Anreise der Gäste sowie am Sonntag bei der Abreise rund 500 Autofahrer auf Drogen- und Alkoholkonsum überprüft.

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Zytanien-Festival 2015

Quelle: Katja Eggers

Immensen. Sind sie ein gutes Mittel, um Straftaten vorzubeugen, oder sind sie eine Provokation für die Gäste? Die Polizeikontrollen beim Zytanienfestival geraten in die Diskussion. Während sich manche Zytanier unter Generalverdacht wähnen, sprechen die Ordnungshüter von einer „transparenten Vorgehensweise“.

Unter anderem waren berittene Polizisten und Teilnehmer einer Fortbildungsveranstaltung der Polizeidirektion Hannover zur Drogenerkennung an den Kontrollen beteiligt.

Auf dem Festivalgelände setzten die Ordnungshüter außerdem Beamte in Zivil ein, die insbesondere jugendliche Besucher auf den Konsum von Drogen und hochprozentigem Alkohol überprüften.

All das werten manche Organisatoren und Festivalgäste als viel zu große Polizeipräsenz. Mancher fühle sich regelrecht provoziert, sagte ein Mitglied des Organisationsteams: „Wir in Zytanien stehen immer unter Generalverdacht.“

Mitunter kam es während des Festivals zu skurrilen Szenen. Polizisten in Zivil bekamen quasi ungewollte Begleitung: Es folgte ihnen ein Besucher, der zur Warnung ein Schild mit der Aufschrift „zivil“ hochhielt. Von der Bühne herab gab es Warnungen, „keine illegalen Dinge in die Luft zu pusten“.

Martina Thöne, Chefermittlerin des Lehrter Kommissariats, wehrt sich indes gegen die Vorwürfe aus Zytanien. „Unsere Arbeit hat nichts mit Generalverdacht zu tun und hatte auch nichts von einer Razzia“, sagt sie. Sie betont, dass die Polizei auch kein Geheimnis von ihren Kontrollen innerhalb und außerhab des Festivalgeländes gemacht habe: „Wir haben das offensiv kommuniziert. Diese Kontrollen sind schon seit Jahren völlig normal.“ Die Überprüfungen der Autofahrer seien „schlichte Maßnahmen der Verkehrssicherheit“, und mit Zytanien gehe die Polizei auch nicht anders um als mit anderen Festivals dieser Größenordnung.

Auf den An- und Abfahrtswegen erwischten die Ordnungshüter insgesamt 13 Fahrer unter Drogen- und drei unter Alkoholeinfluss. Auf dem Festivalgelände stellten sie neun Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, aber keinen gegen das Jugendschutzgesetz fest. Thöne wertet dieses Ergebnis als positiv und führt es „auch auf die offensive und transparente Vorgehensweise“ der Polizei zurück.

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