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Lehrte will sich kräftig ausdehnen

Lehrte Lehrte will sich kräftig ausdehnen

Die Kernstadt soll an ihrem südöstlichen Rand wachsen. Gleichzeitig mit dem Wohnbaugebiet soll die Straßenlücke zwischen Ost- und Südring geschlossen werden.

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Noch erstrecken sich an der Sehnder Straße weite Ackerflächen.

Quelle: Thomas Böger

Lehrte. Als die Stadt vor einem Jahr ein Wohnraumversorgungskonzept beschloss, war bereits klar, dass in Lehrte ein erheblicher Bedarf an günstigen Wohnungen besteht - und da war der Flüchtlingsstrom noch längst nicht so stark wie jetzt. Doch die Entwicklungsmöglichkeiten, besonders der Kernstadt, sind eingeschränkt: Sie ist von Eisenbahnlinien und Autobahnen sowie von Gewerbegebieten förmlich umzingelt. Ausdehnen kann sie sich eigentlich nur noch nach Südosten. Dem trägt die jetzt geplante Änderung des Flächennutzungsplans Rechnung.

Insgesamt umfasst die zu überplanende Fläche zwischen Sehnder Straße, der Reubeeke und dem jetzigen südlichen Rand der Bebauung etwa 66 Hektar. Zum Vergleich: Das westlich angrenzende Wohngebiet Köhlerheide hat knapp ein Drittel dieser Fläche, auf der rund 560 Wohneinheiten (1400 Einwohner) untergebracht sind. Das neue Wohngebiet Süd-Ost könne wegen seiner Ausmaße nicht in einem Stück entwickelt werden, machte Christian Bollwein vom Fachdienst Stadtplanung jetzt im Bauausschuss deutlich. Denkbar sei ein erster Schritt mit einem Bereich an der Sehnder Straße, der etwa so groß wie die Köhlerheide werden könnte.

Dann würde auch der erste Abschnitt der Straße gebaut werden, die einmal die Verbindung zwischen Ost- und Südring herstellen soll. Sie soll entgegen früheren Plänen jedoch nicht mehr über eine frühere Deponie führen, sondern weiter südlich verlaufen. Anderenfalls hätte eine aufwendige Brückenkonstruktion errichtet werden müssen. Außerdem wäre es mit einem erheblichen Risiko verbunden gewesen, in den Untergrund der Deponie einzugreifen.

„Wir müssen Pflöcke einschlagen, wenn wir die weitere Entwicklung der Stadt sichern wollen“, sagte Bollwein mit Blick auf das Regionale Raumordnungsprogramm, das zurzeit von der Region überarbeitet wird. Es sieht unter anderem südlich von Lehrte weitere Areale für Windenergie vor, die die jetzt von der Stadt geplante Entwicklung des Wohngebiets zum Teil blockieren könnten.

Der Ausschuss votierte einmütig dafür, den nächsten Verfahrensschritt einzuleiten, die Beteiligung der Öffentlichkeit.

Innerstädtische Fläche steht nicht zur Verfügung

In unmittelbarem Zusammenhang mit den Plänen für den Lehrter Südosten steht eine weitere Änderung des Flächennutzungsplans, die sozusagen einen Teil der Begründung für das neue Wohngebiet liefert: Der Acker östlich des Westrings zwischen Bullenweg und Ahltener Straße wird künftig nicht mehr als Fläche für Wohnungsbau, sondern für Landwirtschaft ausgewiesen. Zwar hätte die Stadt auf dem innenstadtnahen Grundstück sehr gerne Wohnungsbau gesehen, aber die Eigentümer der Fläche haben nach Angaben der Verwaltung deutlich gemacht, dass sie auf absehbare Zeit nicht verkaufen werden. Damit die Fläche bei der Berechnung jenes Bereiches, den Lehrte an seinen Rändern entwickeln darf, nicht weiter mit einbezogen wird, soll sie nun offiziell als Acker festgelegt werden. Denn eigentlich sind die Kommunen gehalten, zunächst innerörtliche Baulücken zu schließen, bevor eine Ausdehnung in die Landschaft genehmigt wird.

Thomas Böger

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