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Pokémon in Wahllokale: Idee erntet viel Kritik

Lehrte Pokémon in Wahllokale: Idee erntet viel Kritik

Das Spiel Pokémon Go soll dabei helfen, junge Leute zur Stimmabgabe bei den Kommunalwahlen zu bewegen. Mit dieser Idee haben Lehrtes Jusos vor rund anderthalb Wochen aufhorchen lassen. Sie ernten damit viel kritik. Leser des Anzeigers beurteilen den Vorschlag durchweg negativ. In sozialen Netzwerken ist die Meinung indes gemischt.

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Ein Pokémon nicht nur als Stofftier in der Jacke, sondern auch virtuell in Lehrter Wahllokalen? Um diese Idee der Lehrter Jusos gibt es geteilte Meinungen.

Quelle: Peter Steffen

Lehrte. Die Juso sind entschlossen: Sie wollen ihre außergewöhnliche Idee zur Kommunalwahl am 11. September tatsächlich verwirklichen. Noch in diesen Tagen soll eine Mail an die Firma Niantic herausgehen, welche das Spiel Pokémon Go betreibt. Darin wollen die Jusos darum bitten, Niantic möge am Wahltag im Bereich von Lehrter Wahllokalen, etwa an Kitas oder Schulen, sogenannte Pokéstops und besonders wertvolle Exemplare der virtuellen Tierchen platziert. Das soll junge Leute locken.

Was wie ein Gag klingt, hat für die Jusos einen ernsthaften Hintergrund. Sie haben sich die Quoten für die Beteiligung von jungen Leuten an Kommunalwahlen angesehen. Diese seien stets schwach gewesen, meint Sprecher André Tepper. Es wäre ein lohnenswerter Versuch, das Spiel Pokémon Go zu nutzen und die jungen Wähler quasi mithilfe virtueller Monster zur ganz realen Stimmabgabe zu manövrieren, meint er.

Was die Jusos gut finden, ist für einige Leser des Anzeigers dummes Zeug. „Pokémon im Wahllokal sind ein absolutes No-Go!“ meint etwa Brigitte Amelunxen. „Der größte Schwachsinn“, findet Jürgen Hönicke, und ein anderer Leser nennt den Vorschlag schlichtweg „lächerlich“. Leser Erwin Friese schlägt den Bogen etwas weiter und hebt auf die häufig zitierte Politkverdrossenheit ab: „Was unsere Volksvertreter nicht erreichen, sollen nunmehr Pokémon bewirken. Arme Demokratie!“, schreibt er in einer Mail an die Redaktion. Und Jan Drexhage nennt den Juso-Vorschlag „an Armseligkeit kaum zu überbieten“. Er meint: „Das ist typisch für unsere moderne Gesellschaft. Da wird mit Blödsinn geködert, um sich Stimmen zu holen.“

In Lehrter Gruppen auf Facebook sind die Meinungen differenzierter. Dort gibt es zwar auch Ablehnung, aber mancher Schreiber meint auch, man könne die Sache doch mal ausprobieren. Das sei modern, zeitgemäß, schade niemandem und störe auch nicht.

Auch Tepper verteidigt die Idee. „Wir wollen das als Ansporn für junge Leute verstanden wissen, sich mal mit der Wahl zu befassen“, sagt er. Außerdem gäbe es bei dem Thema ein interessanten Phänomen zu beobachten: „Ältere können mit unserem Vorschlag vielleicht nicht so viel anfangen, jüngere Leute schon.“

Von Achim Gückel

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