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Jusos regen an: Pokémons in die Wahllokale

Lehrte Jusos regen an: Pokémons in die Wahllokale

Sitzen bei den Kommunalwahlen am 11. September kleine virtuelle Monster in den Lehrter Wahllokalen? Die Jusos in der Stadt haben jetzt vorgeschlagen, das Spiel Pokémon Go ganz gezielt mit dem Gang zur Stimmabgabe zu verknüpfen. Das könne die Attraktivität der Wahlen für junge Leute erhöhen.

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Quelle: Warner

Lehrte. Die Suche nach den Pokémons hält derzeit vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in Atem. Und genau in dieser Zielgruppe sei die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 besonders schwach gewesen, sagt der Lehrter Juso André Tepper. Warum also solle man diese beiden Phänomene nicht in Verbindung bringen - und versuchen, auf diese ungewöhnliche Weise die Wahlbeteiligung unter jungen Leuten nach vorn zu bringen?

Die Lehrter Jusos regen daher an, am 11. September in Lehrter Wahllokalen sogenannte Pokéstops einzurichten und besonders seltene Exemplare der virtuellen Tierchen zu platzieren. Ein entsprechendes Schreiben an das Unternehmen Niantic, das das Spiel betreibt, könne für ein solchen Vorhaben schon reichen. Und dieser Schritt könne "die Attraktivität des Ganges zum Wahllokal steigern", meinen die Jusos. "Dies hat den Vorteil, dass man das Wählen mit der Freizeit verbinden kann. Seltene Pokémons und Pokéstops bringen auch Jugendliche zur Wahl", meint auch Juso Gunnar Hoppe.

Vorerst wollen die Vertreter der Lehrter SPD-Nachwuchsorganisation mit dem Schreiben an Niantic und der Aktion "Pikachu auf die Wahlurne" noch etwas abwarten. Es gehe jetzt erst einmal darum, erste Reaktionen auf den Vorschlag zu sammeln und dann möglicherweise in der kommenden Woche aktiv zu werden, meint Tepper. "Wir würden das aber gern versuchen", betont er.

Erste kritische Stimmen, dass die Suche nach Pokémons im Wahllokal auch Probleme bereiten könnte, gibt es bereits. Die Suche nach den virtuellen Gestalten störe möglicherweise den ganz realen Wahlvorgang, heißt es. Auch von einer Art Wahllokal-Tourismus durch Pokémon-Jäger ist die Rede.

Unlängst hatte sich die SPD in Ahlten in Sachen Pokémon Go dafür eingesetzt, eine sogenannte Kampfarena des Spiels vom Gelände des örtlichen Friedhofs zu verbannen. Das sei aus Gründen der Pietät eine berechtigte Forderung gewesen, sagt Tepper. Die Sache mit Pikachu an der Wahlurne sei etwas völlig anderes.

Was meinen Sie? Ist der Vorschlag der Jusos vernünftig oder dummes Zeug? Schreiben Sie uns eine Mail an lehrte@haz.de.

Forderungen zur Kommunalwahl

Pokémons allein reichen nicht: Die Lehrter Jusos haben für die nächste Wahlperiode drei Forderungen aufgestellt. Sie hoffen, dass sie damit den Nerv der jungen Wähler treffen. Unter anderem wiederholen Lehrtes Jungsozialisten die Forderung nach einem Schüler-Freifahrtschein für alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Region Hannover. Sie wollen außerdem, dass in der nächsten Wahlperiode die Lehrter Skater- und BMX-Anlagen modernisiert werden sowie der Stadtpark mehr Attraktionen für Kinder und Jugendliche bekommt.

Von Achim Gückel

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