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Kolonie Feierabend: Rat stimmt für Bebauung

Lehrte Kolonie Feierabend: Rat stimmt für Bebauung

Der Rat hat am Abend das Bebauungsplanverfahren für eine Umwidmung der Flächen des Kleingärtnervereins Feierabend zu einem Wohngebiet auf den Weg gebracht. Bei einer Gegenstimme der Piraten haben alle Fraktionen nach einer fast zweistündigen Debatte für den Aufstellungsbeschluss gestimmt.

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Mit einem Transparent haben die betroffenen Kleingärtner der Kolonie Feierabend vor der Ratssitzung gegen die Bebauungspläne protestiert.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. Bürgermeister Klaus Sidortschuk hatte noch einmal für das Konzept geworben, dass Wohnraum für Lehrter oder solche, die wieder nach Lehrte zurückkehren wollen, schaffen soll. "Wir sind nicht an Gewinnmaximierung interessiert, sondern werden die Grundstücke unter Marktwert verkaufen, damit sie auch für Durchschnittsfamilien erschwinglich sind." Das werde den Wohnungsmarkt in der Stadt entspannen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Bodo Wiechmann hatte einen "Zielkonflikt" eingeräumt, der Vorlage aber zugestimmt. "Uns ist klar, dass wir damit Kleingärtner enttäuschen, aber dadurch wird in der Kernstadt bis zu 150 Eigentümern oder Mietern mit ihren Familien die Chance auf eine neues Heim eröffnet." Auch CDU-Chef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens stimmte für seine Fraktion zu, weil man für Lehrter derzeit nur an dieser Stelle bauen könne. Er wolle aber ergebnisoffen in das Verfahren gehen und bat die Kleingärtner, "nicht dicht zu machen, sondern mitzumachen": "Wir werden keine Kleingärtner über den Tisch ziehen."

Auch Ronald Schütz, Fraktionschef der Grünen, betonte die Notwendigkeit von neuem Bauland für bezahlbare Wohnungen und versprach eine transparente Beteiligung: "Wir wollen das Beste für Sie herausholen." Die FDP hat nach Worten ihres Vorsitzenden Dieter Münstermann ebenfalls nur schweren Herzens zugestimmt. "Einen 20 Jahre alten Baum kann man nicht umpflanzen", sagte er unter Beifall der anwesenden Kleingärtner. Lediglich Jan Nadaczinski (Piraten) stimmte gegen die Aufstellung des Bebauungsplans. Das hätte der neue Rat abwickeln sollen, befand er.

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"Wir wollen unsere Gärten behalten": Kleingärtner Klaus Bochmann (65) macht seinem Ärger gegen die Pläne Luft.

Quelle: Oliver Kühn

Von Oliver Kühn

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