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Bombendrohungen kommen von einem Lehrter

Lehrte/Peine Bombendrohungen kommen von einem Lehrter

Die Bombendrohungen im Dezember und Januar gegen die Commerzbank in Peine stammen anscheinend von einem 68-Jährigen aus Lehrte. Die Polizei hat den Mann jetzt als dringend Tatverdächtigen festgenommen. Der Beschuldigte macht zu den Vorwürfen bisher keine Angaben.

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Nach dem Drohanruf: Die Peiner Fußgängerzone ist abgeriegelt.

Quelle: Michael Lieb

Lehrte/Peine. Am 7. Dezember und 2. Januar herrschte im Zentrum der Lehrter Nachbarstadt Peine der Ausnahmezustand. Ein anonymer Mann hatte kurz zuvor bei einem Call-Center der Commerzbank angerufen und Drohungen ausgesprochen. Der Anrufer sprach in beiden Fällen davon, er werde eine Bombe in den Räumen des Kreditinstituts hochgehen lassen. Daraufhin wurde die Bank umgehend geräumt.

Beide Drohanrufe waren Auslöser für einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr. Die Fußgängerzone wurde vollständig abgeriegelt, alle Menschen mussten die umliegenden Wohnhäuser und Geschäfte verlassen. Über Stunden hinweg blieb ein Teil der Peiner Innenstadt Sperrgebiet. Schließlich setzte die Polizei Sprengstoffspürhunde ein, die jedoch nicht anschlugen und keine Bombe fanden. Die Fahndung nach dem anonymen Anrufer blieb zunächst erfolglos.

Das änderte sich jetzt. Als dringend Tatverdächtigen ermittelte die Polizei einen 68-Jährigen. Der Mann stamme aus der östlichen Region Hannover, hieß es zunächst. Gestern präzisierte die Staatsanwaltschaft Hildesheim diese Angabe: Der Mann stamme aus dem Lehrter Stadtgebiet, erklärte ein Sprecher.

Allem Anschein nach wollte der Tatverdächtige mit Hilfe seiner Bombendrohungen von finanziellen Problemen ablenken. Es heißt, er habe am Tag der Anrufe Schulden zurückzahlen müssen und habe dieses mit den Bombendrohungen abwenden wollen. Nun wird gegen den Lehrter wegen der Störung des öffentlichen Friedens ermittelt. Ihm droht eine empfindliche Strafe. Und möglicherweise muss er auch für die Kosten der Einsätze in der Peiner Fußgängerzone aufkommen.

Der 68-Jährige hat nach Angaben der Peiner Polizei in den Vernehmungen bisher keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Die Ermittler prüfen jetzt auch, ob der Lehrter möglicherweise noch eine weitere telefonische Bombendrohung ausgesprochen hat, und zwar gegen den Media-Markt in Stederdorf bei Peine. Konkrete Anhaltspunkte gebe es dafür aber bisher noch nicht, sagte ein Polizeisprecher.

Nach den Vernehmungen kam der Tatverdächtige wieder auf freien Fuß. Es lägen aktuell keine Haftgründe wie etwa Flucht- oder Verdunkelungsgefahr vor. Angaben darüber, wie die Ermittler auf die Spur des Lehrters kamen, gibt es aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Von Achim Gückel und Michael Lieb

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