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Der Mannschaftswagen muss draußen bleiben

Lehrte Der Mannschaftswagen muss draußen bleiben

Hämelerwalds Ortsfeuerwehr hat ein Problem. Sie muss ihren Mannschaftswagen draußen neben dem Gerätehaus parken. Drinnen hat er keinen Platz mehr. Dort ist ein Sonderfahrzeug der Stadtfeuerwehr zwischengeparkt, das wegen seiner Höhe in kein anderes Gerätehaus im Stadtgebiet passt.

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Der Mannschaftswagen muss vorerst draußen stehen. Im Gerätehaus ist kein Platz mehr für ihn.

Quelle: Achim Gückel

Hämelerwald. Irgendwie sieht es fast drollig aus, wie der Mannschaftswagen da neben dem Gerätehaus am Blütenweg im Freien steht, während die großen Einsatzfahrzeuge drinnen in den vier Boxen der Halle im Warmen sind. Doch was erstmal lustig klingt, finden die Feuerwehrleute gar nicht witzig. Die Kameraden hätten im Winter mitunter vor Einsätzen die vereisten Scheiben des Wagens freikratzen müssen, sagt Hämelerwalds Ortsbrandmeister Christian-Roger Fechner. Und das koste Zeit, die man im Notfall gar nicht habe.

Der Mannschaftswagen gehöre zwar nicht zu jenen, die im Ernstfall an vorderster Front dabei sein müssten, sagt Fechner. Aber schön sei die Situation auf Dauer auch nicht, meint der Ortsbrandmeister. Immerhin müssten die Einsatzkräfte immer wieder Geräte und Material, etwa Fernsprecher, aus dem Transporter aus- und einräumen. Das sei wegen der Gefahr des Diebstahls dringend geboten, meint Fechner.

Daher hatte die Ortsfeuerwehr unlängst einen Wunsch geäußert. Sie forderte eine fünfte Fahrzeugbox - und zwar in Form einer Leichtbaugarage als Anbau an das Gerätehaus. Das Fundament dafür gebe es schon, die Kosten hielten sich mit 40.000 Euro in Grenzen, meinte auch Ortsbürgermeister Dirk Werner. Der Ortsrat unterstützte den Wunsch der Feuerwehr einmütig. Doch in den endgültigen Haushaltsberatungen tauchte das Feld für den Anbau nicht mehr auf. Der Wagen muss also vorerst draußen bleiben.

Der Auslöser für die kuriose Situation mit dem Mannschaftstransporter liegt bei der Stadtfeuerwehr. Zu deren Fuhrpark gehört ein sogenannter Gerätewagen Gefahrgut, der etwa bei Unfällen mit chemischen Stoffen eingesetzt wird. Das alte Exemplar, Baujahr 1993, hatte man Ende September 2016 außer Betrieb nehmen müssen. Es war wegen verschiedener Mängel nicht mehr einsatzbereit. Der Rat der Stadt beschloss daraufhin, ein neues Fahrzeug zu kaufen. Allerdings hätten die Hersteller lange Lieferfristen, und der Gerätewagen werde wohl erst 2018 in Lehrte ankommen, schätzt Stadtsprecher Fabian Nolting.

Als Zwischenlösung hat sich Lehrte nun ein Fahrzeug von der Region Hannover und einen sogenannten Wechselcontainer als Aufbau von der Berufsfeuerwehr der Landeshauptstadt geliehen. Dabei handelt es sich um Ausrüstung modernsten Standards. Die misst 3,80 Meter in der Höhe, und das ist zu hoch für fast alle Gerätehäuser im Stadtgebiet. Nur das neueste, jenes in Hämelerwald, im November 2006 eröffnet, hat Fahrzeugboxen, die hoch genug sind.

Wohl knapp zwei Jahre noch wird der Gerätewagen Gefahrgut zwangsweise in Hämelerwald zwischengeparkt sein. Dann soll die neue Feuerwache in Lehrte fertig sein - mit ausreichend hohen Fahrzeugboxen für das hohe Gefährt.

Der Kommentar: Deutlicher geht's nicht

Wozu eigentlich braucht die Kernstadt eine neue Feuerwache für 17, 18 oder 19 Millionen Euro? Diese Frage tauchte in den vergangenen anderthalb Jahren immer wieder in der öffentlichen Diskussion in Lehrte auf. Und oft hieß es, die Stadt gebe halt gern mit vollen Händen Geld aus, das sie gar nicht habe. Die nur auf den ersten Blick kuriose Sache mit dem Hämelerwalder Mannschaftswagen dürfte jetzt auch die letzten Skeptiker überzeugen. Deutlicher geht's nicht. Moderne Feuerwehrfahrzeuge - und solche braucht eine Stadt wie Lehrte über kurz oder lang - benötigen eine moderne und ausreichend große Feuerwache. Die modernen Technikmonster in feuerwehrrot können nicht draußen stehen, im Winter, bei Frost - und dann im Notfall erstmal freigekratzt werden.

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