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Manskestraße: Rat treibt Baugebiet voran

Lehrte Manskestraße: Rat treibt Baugebiet voran

Das Vorhaben, aus dem Kleingartengelände Feierabend an der Manskestraße ein Baugebiet zu machen, gehen ungebremst weiter. Der Rat hat nun einmütig den nächsten Planungsschritt beschlossen.

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Alle Hände gehen hoch: Der Rat der Stadt sagt ja zum nächsten Planungsschritt für das Baugebiet auf dem Feierabend-Kleingartengelände.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte.  Keine Proteste, keine Gegenstimmen, keine Misstöne: Bei der bisher so umstrittenen Planung der Stadt, aus dem Kleingartengelände Feierabend an der Manskestraße ein Wohngebiet zu machen, ist den Kritikern derzeit offensichtlich etwas die Luft ausgegangen. Im Rat der Stadt ist am Mittwochabend einmütig der Beschluss gefasst worden, das Vorhaben auf den vorliegenden Plänen der Stadtverwaltung weiter zu verfolgen. Nun folgt die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans „Manskestraße Nord-West“, bei der unter anderem die Bürger erneut ihre Bedenken gegen das Vorhaben geltend machen können.

Für das Wohngebiet, in dem in Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern rund 200 Wohneinheiten geschaffen werden sollen, muss die Kleingartenkolonie Feierabend weichen. Nur das Vereinshaus im Zentrum des Geländes sowie einige alte Bäume will die Stadt erhalten, die Schrebergärtner sollen auf eine Fläche südlich des Hohnhorstsees umsiedeln. Dieser radikale Schritt scheint zwar mittlerweile unumstritten, bereitet Lehrtes Politikern aber nach wie vor Bauchschmerzen. Mehrere Redner machten das in der Ratssitzung deutlich.

Zu ihnen gehörte Ekkehard Bock-Wegener (SPD). Er richtete seinen ausdrücklichen Dank an die Kleingärtner (“Sie bringen die größten Opfer“) für deren konstruktive Begleitung des Verfahrens. Der Sozialdemokrat erinnerte aber auch daran, dass „wir in Lehrte diesen neuen Wohnraum brauchen“. Bock-Wegener betonte, dass die Stadtverwaltung im bisherigen Planungsverfahren „alle Eingaben nachvollziebar abgewogen und ausführlich bearbeitet“ habe. Er lobt unter anderem, dass für die Gebäudefront zur Straße Auf den Blockäckern nun eine sogenannte offene Bauweise vorgesehen sei. Das bedeutet, dort entsteht kein geschlossener Riegel von Mehrfamilienhäusern. Deren Fronten sollen statt dessen nur maximal 50 Meter lang werden.

Laut Planung sollen die mehrgeschossigen Gebäude in dem Neubaugebiet höchstens 14 Meter hoch werden. Diese Bauweise passe sich an die ähnlich hohe an der nahen Schützenstraße an, betonte Bock-Wegener und sei daher „vertretbar“. Der gelegentlichen Kritik, Lehrte schaffe sich an der Manskestraße mit einer allzu verdichteten Bauweise einen neuen sozialen Brennpunkt, trat der Sozialdemokrat entgegen. Die bisher vorgelegten Planungen sprächen für ein Baugebiet der „sozialen Vielfalt“. Sehr wohl müsse die Stadt aber auch Wohnraum für Einkommensschwache schaffen.

„Wir haben in dieser Sache mit uns hin und her gerungen“, sagte auch Wilhelm Busch (CDU). Schließlich nehme man den Feierabend-Kleingärtnern etwas Wertvolles weg. Das Neubaugebeit sei aber „definitiv eine Chance“ für Lehrte. Insbesondere die alters- und behindertengerechten Wohnungen, die in den Mehrfamilienhäusern entstehen könnten, seien wichtig, betonte Busch. 

Christoph Lokotsch (Die Linke) war schließlich der Einzige, der leise Bedenken an dem Baugebiet durchschimmern ließ, ohne diese aber konkret zu äußern. Der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans stimme er gern zu, sagte er. Das komme aber nicht mit einem abschließenden Votum für das gesamte Projekt gleich. „Unsere Bedenken sind bekannt“, sagte Lokotsch.

Piraten-Ratsherr Sebastian Frenger, der bisher das Baugebiet abgelehnt hatte, war in der Ratssitzung am Mittwochabend nicht dabei.

Von Achim Gückel

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