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Marie gewinnt Feuerwehr-Wettbewerb

Lehrte Marie gewinnt Feuerwehr-Wettbewerb

Marie Rückert von der Jugendfeuerwehr Steinwedel hat das wertvollste Jugendfeuerwehrabzeichen, das es gibt, erlangt. Als erste Lehrterin bestand sie die Jugendflamme 3. Sie will bald in den aktiven Dienst wechseln.

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Ortsbrandmeister Kai Böttcher (rechts) und sein Stellvertreter Norbert Zilz nehmen ihre Vorzeige-Jugendfeuerwehrfrau Marie Rückert in die Mitte.

Quelle: Sandra Köhler

Steinwedel. Ortsbrandmeister Kai Böttcher und sein Stellvertreter Norbert Zilz sind mächtig stolz: Marie Rückert hat den regionsweiten Wettbewerb in Wunstorf als Beste mit 21 von 22 möglichen Punkten abgeschlossen. "Marie wußte genau, wo sie den Punkt hat liegen lassen", sagt Böttcher. "Sie sagte gleich: 'Wenn der Huckel im Schlauch nicht gewesen wäre, dann hätte ich 22 Punkte gehabt.' Darüber hat sie sich den ganzen Nachmittag geärgert."

Ehrgeizig - das ist die Realschülerin aus Lehrte in der Tat. So nennt sie jetzt sämtliche Abzeichen ihr Eigen, die die Niedersächsische Jugendfeuerwehr zu vergeben hat. "Ich muss noch ein Jahr überbrücken, damit ich endlich in den aktiven Dienst wechseln kann. Da habe ich beschlossen, die Zeit zu nutzen und die Jugendflamme 3 abzulegen."

Marie kommt aus einer Familie, die sich in der Ortsfeuerwehr engagiert: "Meine Mutter hat die Kinderfeuerwehr gemeinsam mit Norbert Zilz aufgebaut. Und ich bin eingetreten, als ich fünf war." Mit zehn wechselte sie in die Steinwedeler Jugendfeuerwehr und absolviert da als eine von neun Jugendlichen - sechs Mädchen und drei Jungen - Dienst. Auch ihre drei Jahre jüngere Schwester Jolie ist dabei.

Warum sie sich in der Feuerwehr engagiert und unbedingt auch aktive Feuerwehrfrau werden will, liegt aber nicht nur an der familiären Vorprägung: "Weil ich den Menschen mit meiner Arbeit helfen kann", sagt sie.  Sie findet den Spruch "Stell dir vor, du drückst und alle drücken sich" aus der Werbekampagne der Feuerwehr gut. "Ich will mich nicht drücken, ich will löschen", sagt sie.

Für das wertvollste Abzeichen das die Jugendfeuerwehr zu vergeben hat, musste Marie einiges leisten. Neben einem Erste-Hilfe-Kursus und einem zweitägigen Praktikum im Steinwedeler Kindergarten hieß das: Fit sein in Feuerwehrtheorie und -praxis. Verschiedene Löschgeräte in Aufbau und Anwendung erklären, einen Rettungsknoten korrekt anlegen und nicht zuletzt einen C-Druckschlauch in maximal  43 Sekunden aus- und wieder aufrollen können war gefordert.

In zwei Wochen habe sie den Schlauch unzählige Male auf Zeit aus- und wieder aufgerollt, sagt Marie: "Man kann den in der Hand rollen, da war ich immer bei 44 Sekunden. Aber dann haben wir im Video gesehen, dass man den auch auf dem Boden rollen darf. Und da lag ich so um 35 Sekunden." Im Wettkampf konnte sie noch eine Schippe drauflegen und schaffte es in 33 Sekunden.

Gute Voraussetzungen für die aktive Arbeit. Zur Berufsfeuerwehr will das Mädchen aber nicht gehen. "Ich wohne auf einem Landwirtschaftlichen Hof und möchte auch etwas in die Richtung machen", sagt sie. Als Hobby und Ehrenamt wolle sie aber der Feuerwehr aber treu bleiben.

Feuerwehr sucht Verstärkung

"Wir sind zwar ganz gut aufgestellt, aber nicht perfekt", sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister Norbert Zilz zur Stärke der Steinwedeler Ortswehr: "Früher waren viele Landwirte bei uns Mitglied. Aber davon gibt es immer weniger und die haben auf ihren Höfen eigentlich schon genug zu tun." Wenn Kinder in die Jugendfeuerwehr wechselten, träfe sie der Schulwechsel. "Und damit haben gerade die, die von der beschaulichen Dorfschule ans große Schulzentrum wechseln, wo es auch noch Ganztagsunterricht gibt, ganz schön zu kämpfen." Das sorge dafür, dass längst nicht alle der Kinderfeuer treu blieben. Unter dem Reiter "Kontakte" finden Interessierte auf der Internetseite www.feuerwehr-steinwedel.de  Ansprechpartner und ihre Emailadressen.

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Von Sandra Köhler

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