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Marihuana-Gärtner vor Gericht

Steinwedel/Hildesheim Marihuana-Gärtner vor Gericht

747 Cannabispflanzen, eine aufwendige Belüftungsanlage, Wärmelampen und 4130 Gramm konsumfertiges Marihuana: All das haben Drogenfahnder im Dezember 2013 in einer Lagerhalle am Rand von Steinwedel entdeckt. Jetzt kommen die vier mutmaßlichen Marihuana-Gärtner vor Gericht – ihnen drohen Haftstrafen.

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Feuerwehreinsatz und polizeiliche Ermittlungen im Dezember 2013: Die Cannabisplantage am Rand von Steinwedel blieb anscheinend lange unbemerkt.

Quelle: Archiv

Steinwedel/Hildesheim. Es war ein denkwürdiger Feuerwehreinsatz an jenem 11. Dezember 2013. Ein Autofahrer hatte gemeldet, dass aus der Lagerhalle an Steinwedels Ortsrand Rauch dringt. Die Einsatzkräfte, die erst eine Tür aufbrechen mussten, um an den Brandherd zu gelangen, wunderten sich sogleich über die ungewöhnliche Konstruktion von Belüftungsrohren in der Halle. Den Brand bekamen sie schnell in den Griff, alles Weitere war dann Sache der Drogenfahnder.

Die Beamten entdeckten riesige Mengen Marihuanapflanzen - exakt 747 Stück, angebaut auf mehreren Etagen. Auch Verpackungsmaterial stellten die Fahnder sicher, ebenso wie gut vier Kilo handelsfertiges Marihuana mit hohem Wirkstoffgehalt. Später ermittelte die Kripo vier Männer, die sich um die Plantage gekümmert haben sollen. Der Prozess am Landgericht Hildesheim gegen die heute 26, 34, 38 und 39 Jahre alten mutmaßlichen Cannabisgärtner beginnt am 21. September.

Bei den Männern handelt es sich um drei Deutsche und einen Spanier. Einer von ihnen soll sich laut Anklage vor der Einrichtung der Indoor-Plantage in Steinwedel sogar nach Kolumbien begeben haben, um dort das nötige Know-how zu erwerben und Kontakte zu knüpfen. Um große Fische handelt es sich aber bei den vier Männern nicht. Sie seien vermutlich nur für die Zucht der Pflanzen zuständig gewesen, heißt es. Die Hintermänner, von denen das Quartett den Lohn für die Gärtnerarbeit erhielt, konnten nicht ermittelt werden.

„Die Angeklagten haben die Plantage wohl nicht auf eigene Rechnung betrieben“, sagt auch Gerichtssprecher Felix Muntschik. In Steinwedel galten die Männer als unauffällig. Sie seien kaum zu sehen gewesen, hieß es nach dem Brand. Jetzt drohen ihnen Haftstrafen. Mit dem Urteil wird für den 29. September gerechnet.

Von Achim Gückel

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