Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Megahub: Viele Zweifel bleiben

Lehrte Megahub: Viele Zweifel bleiben

Die Bahn kommt - so lautet ein Werbeslogan der Deutschen Bahn. Aber im Gepäck hatten die Unternehmensvertreter, die am Mittwoch zum Erörterungstermin für den Bau des Megahub kamen, nur wenig. Nicht nur die Bürger, auch die Stadt und das Eisenbahnbundesamt blieben teilweise unzufrieden zurück.

Voriger Artikel
Radfahrer hat 2,27 Promille
Nächster Artikel
Ehrung für talentierte und engagierte Schüler

Zum Erörterungstermin sind etwa 50 Anwohner sowie Vertreter der Stadt und des Eisenbahnbundesamtes erschienen.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. Dabei hatte Moderator Raimond Broocks, Verfahrensleiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, den Teilnehmern des ganztägigen Erörterungstermins für die eingegangenen Beschwerden und Anregungen zu Beginn gewünscht, „dass sie halbwegs zufrieden nach Hause gehen“.

Wie viele Container werden dort umgeschlagen? Wie viel mehr Verkehr fließt dort? Wie laut wird es? Das waren die drei zentralen Fragen zu der neuen Umschlaganlage, die 2019 auf der Fläche des Ahltener Rangierbahnhofs in Betrieb gehen soll. Doch schon allein bei der Begrünung des neu zu bauenden Terminals gab es Unstimmigkeiten. Die Bahn will die Nordseite nicht begrünen - was die Stadt laut Volker Kemmling, Fachdienstleiters Umwelt, nach wie vor fordert. Das Landschaftsbild und die Naherholung würden erheblich beeinträchtigt. Weil auch die Funkmasten von 20 auf 30 Meter erhöht werden sollen, riet selbst Broocks der Bahn: „Sie sollten das Konzept überdenken, ob man das nicht besser machen kann.“

Auch bei der Kapazität des Megahub befürchten Anwohner und Stadt eine „schleichende Mehrbelastung“, wie es Broocks ausdrückte. Geplant sind 269.000 Ladeeinheiten im Jahr. Bahn-Vertreter Andreas Witzel sagte zwar, dass derzeit nicht mehr vorgesehen sei - eine Prognose für die Zukunft wollte er aber nicht abgeben. Das war selbst Axel Sommer vom Eisenbahnbundesamt, das die Anlage genehmigen muss, zu dürftig. „Wenn dem so ist, müssten diese Zahlen auch festgeschrieben werden“, sagte er unter dem Beifall der Teilnehmer. Er habe heute das erste Mal diese Zahl gehört.

Unmut löste auch aus, dass die Bahn die Auswirkungen des Lastwagenverkehrs auf den Straßenverkehr und die Lärmbelastung gar nicht untersucht hat. Dafür sei sie nicht zuständig, sagte Witzel. Pro Tag sollen 320 Lastwagen in den Megahub rollen. Die vor Jahren ermittelten Verkehrszahlen seien aber überholt, monierte Lehrtes Stadtbaurat Burkhard Pietsch. Die L 382 sei schon heute überlastet. Weil sie den Verkehr verursache, sei die Bahn sehr wohl für das Problem zuständig.

Das sah auch die Landesbehörde so. Sie hat deshalb angeordnet, für beide Punkte neue Zahlen und Gutachten vorzulegen.

Bahn redet sich juristisch heraus

Mit dem Sprecher der Bürgerinitiative Mega-Leise Lehrte, Maik Reiß (46), sprach Redakteur Oliver Kühn.

Wie bewerten Sie die Erörterung?

Vonseiten der Behörden positiv, alle Belange wurden angesprochen. Vonseiten der Bahn negativ. Die scheint ihr eigenes Projekt nicht gut zu kennen und redet sich oft juristisch heraus.

Sind Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet worden?

Einige interpretationswürdige Dinge sind geklärt worden. Auch dass eine bessere Begrünung im Süden kommen soll, ist gut. Aber die Bahn legt auch jedesmal neue Zahlen vor, die trotzdem unglaubwürdig sind.

Wie geht es weiter, was plant Mega-Leise in Zukunft?

Wir wollen auf eine Lärmschutzwand hinaus. Das ist die beste Lösung für alle Beteiligten, auch für die Bahn. Dass sich die Landesbehörde und das Eisenbahnbundesamt heute so für uns Bürger eingesetzt haben, stimmt uns hoffnungsfroh.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.