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Die andere Seite des Tatort-Kommissars

Lehrte Die andere Seite des Tatort-Kommissars

Miroslav Nemec ist ein vielseitig begabter Mann. Bekannt ist der Schauspieler vor allem als Tatort-Kommissar Ivo Batic. In der Städtischen Galerie in Lehrte hat er jetzt ein ganz anderes Gesicht gezeigt - als Musiker und plaudernder Entertainer.

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Nicht nur Tatort-Kommissar, sondern auch Musiker und charmanter Plauderer: Miroslav Nemec in der Städtischen Galerie in Lehrte.

Quelle: Susanne Hanke

Lehrte. Die Marx Brothers, jene Anarcho-Komiker aus den USA der Dreißigerjahre, gehören zu seinen Lieblingen. Die skurrilen Gedichte von Ernst Jandl liebt er. Und er zieht den Hut vor den Texten des Musikers Rio Reiser. Kann so ein feinsinniger Mann wie er tatsächlich Tatort-Kommissar sein?

Ja, er kann. Denn „eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu“, sagt Miroslav Nemec am Freitagabend in der Städtischen Galerie an der Zuckerpassage. Die Gäste erleben anschließend einen literarisch-musikalischen Abend mit jenem Mann, der seit 1991 regelmäßig in der Rolle des Ermittlers Ivo Batic schlüpft.

Er sei mit Sprüchen, Weisheiten und politischen Witzen aufgewachsen, erzählt der in Kroatien aufgewachsene Nemec. Dabei garniert er die Ausführungen über seine Biografie verschwenderisch mit Anekdoten und satirischen Liedtexten. Als Beweis setzt sich der Musiker, er absolvierte einst ein Musikstudium am Mozarteum in Salzburg, ans Klavier und spielt seine Version von Rio Reiser „Unten am Ufer“. Intensiv und mit Leidenschaft widmet er sich der Musik, um dann schnell wieder umzuschwenken auf eine herrlich komische Leichtigkeit beim wienerischen Text „Schnucki, fahrn wir nach Kentucky“ von Andre Heller.

Immer wieder kehrt Nemec von seinen musikalischen Ausflügen zurück, um kleine Anekdoten aus seiner Kindheit zu erzählen. Er plaudert vom Duft gemahlener Kaffeebohnen und der bosnischen Kaffeezeremonie, die seine „Baba“ mit ihren Freundinnen zelebrierte. Er erzählt auch von Witzen über Tito – und das Lehrter Publikum verlangte immer noch mehr von Nemec’ kleinen Sprüngen von einem zum anderen Thema.

Ganz ohne einen Seitenblick auf den „Tatort“ bleibt der Abend jedoch nicht. Zum Abschluss seines Auftritts dichtet Nemec: „Ja, am Sonntag um viertel nach acht, da wird gern mal einer umgebracht. Da müssen wir ran, Solo für zwei Mann“. Und dann gibt er zu, dass er im Film auch mal gern ein Böser wäre. Eben mal ganz anders als man ihn kennt.

Von susanne Hanke

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