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Musical Höchste Zeit: Hochzeit ohne Zuckerguss

Lehrte Musical Höchste Zeit: Hochzeit ohne Zuckerguss

Gerade passend zum Wonnemonat Mai, der für Hochzeiten auf Platz eins steht, stand das Musical „Höchste Zeit“ im Kurt-Hirschfeld Forum am Dienstag auf dem Spielplan. In dem Stück mit Angelika Mann, Franziska Becker, Charlotte Heinke und Nini Stadlmann wurde das Thema Hochzeit zur anregenden Diskussion.

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Angelika Mann (von links), Charlotte Heinke, Nini Stadlmann und Heike Jonca geben sich verschwörerisch.

Quelle: Susanne Hanke

Lehrte. Für romantischen Zuckerguss war das ungleiche Frauenquartett jedoch ganz und gar nicht zu haben. Ins Brautkleid gezwängt, „fühle ich mich wie Cinderella auf Crack“, protestiert die Braut, gespielt von Charlotte Heinke. „Das soll der schönste Tag im Leben sein? Ich erschieß mich!“, ruft sie aus.

Während Heike Jonca als ältere Dame und Brautjungfer ihre Scheidung als vorzeitige Haftentlassung feiert und ihre Erkenntnis, das es den „Richtigen“ nicht gibt, sondern nur den am wenigsten „Falschen“ sarkastisch an die Braut weitergab. Die absolute Sympathieträgerin des Abends aber war Angelika Mann, als „prollige“ Hausfrau. Ihre Hymne „Howie“ an den Schlagerstar Howard Carpendale gerichtet, wurde mit viel Applaus bedacht.

Der Kracher in Mann´s Auftritt war aber der Song „Ich will mehr“, zur Musik von Chuck Berry`s „Johnny B. Goode. Hierzu tobte die mollige Hausfrau Rock`n Roll mäßig über die Bühne und löste eine jubelnde Pfeiforgie beim Publikum aus. Auch sonst hatte die pragmatische Dame so allerhand Lebensweisheiten parat. „Schönheit braucht Platz“ oder „ich mache Diät, sogar zwei, denn von einer wird man ja nicht satt“, teilte sie Seitenhiebe auf den gesellschaftlichen Schlankheitswahn aus.

Neben spritzigen Texten die Hochzeits- und Herzensangelegenheiten karikierten, mogelten sich auch ernste Töne dazwischen. Sie habe Angst sich zu verlieren, gestand beispielsweise die Braut, erkannte aber auch das gegenseitiger Respekt das Fundament einer glücklichen Ehe bilde. Die Männer agierten bei dieser Aufführung jedoch im Hintergrund. Als „Kellner-Band“ unterlegten sie die Damen musikalisch mit dem perfekten Sound bekannter Pop und Rock-Songs.

Die kritische männliche Stimme aber blieb eingesperrt im Spiegel und kommentierte aus dem Off wie bei Schneewittchen „Spieglein, Spieglein an der Wand...“

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Von susanne Hanke

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