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Neuer Kümmerer für alte Lok

Lehrte Neuer Kümmerer für alte Lok

Die alte Dampflok, die als Denkmal an der Bahnhofstraße steht, hat einen neuen Kümmerer. Der Wettmarer Bernd Framke schaut ab jetzt nach dem alten Schnauferl.

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Bringt Ideen mit nach Lehrte: der neue Lokkümmerer Bernd Framke.

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Auf die feinen Unterschiede legt Bernd Framke Wert: „Ich bin kein Eisenbahn-, sondern ein Dampflokfan.“ Seit 40 Jahren faszinieren ihn die schwarzen Ungetüme, was man auch an seinen Beschreibungen erkennen kann. „So eine Dampflok ist eine lebendige Maschine“, findet der 52-Jährige. Man höre den Dampf, man sehe das Feuer, und die Stangen seien wie Arme und Beine. „Und wenn sie im Bahnhof angekommen ist, geht die Luftpumpe wie der Atem eines Langstreckenläufers.“

All das kann man von der 0 52 80 15-1 in Lehrte nicht mehr sagen. Aber als der Wettmarer von seinen Kollegen davon erfuhr, dass die Stadt jemanden sucht, der sich um das Denkmal kümmern könnte, hat er sich gemeldet. „Ich habe schöne Kindheitserinnerungen an Lehrte“, erzählt Framke. Als er in den Siebzigerjahren in Kleefeld gewohnt hat, ist er mit seinen Freunden über den Eisenbahnlängsweg zur sogenannten Westgruppe der Lehrter Gleisanlagen geradelt. „Da stand damals eine Dampflok an der anderen.“

Heute ist Framke Fahrdienstleiter im hannoverschen Hauptbahnhof und kümmert sich als Hobby um den Dampf. Zu Hause in Wettmar hat er sogar eine alte Werkslok aus Bremen, die er in mühseliger Kleinarbeit wieder aufbaut. „Damit bin ich bald fertig, sodass ich auch Zeit für die Lehrter Lok habe.“ Wie er sich um die Maschine kümmern wird, liegt auch an der Stadt. Framke betont, dass die Lok, wie sie jetzt an der Bahnhofstraße stehe, nie in Lehrte gefahren sei. Sie gehörte zur DDR-Reichsbahn (siehe Kasten). Mit nur wenigen Veränderungen und ohne großen Aufwand könnte man sie so umbauen, dass sie dem Original aus dem Jahr 1942, das auch durch Lehrte fuhr, sehr viel näher komme, schlägt er vor. So hätte die Kriegslok 0 52 34 64 keine Windleitbleche gehabt.

Eckhard Otto, Leiter des Fachdienstes für Schule, Sport und Kultur, will diesen Vorschlag mit Bürgermeister Klaus Sidortschuk und dem Ersten Stadtrat Uwe Bee besprechen. Oberste Priorität habe aber, dass die Lok in ihrem jetzigen Zustand instand gehalten werde.

Schon hier gebe es einiges zu tun, meinte Framke. So trete die Stahlwolle an der Dampfzylinderverkleidung vor den Rädern aus. „Und gegen den Grünspan kommt man ohnehin nicht an.“ Von Michael Schütz

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