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Neue Kita-Konzepte: Kinder lernen im Alltag

Lehrte Neue Kita-Konzepte: Kinder lernen im Alltag

Die städtischen Kitas in Lehrte setzten auf neue Konzepte, um den Kindern ganz nebenbei Sprachkompetenz zu vermitteln. Zukünftig soll jede Einrichtung eine eigene Bücherstube haben. Der Drogeriemarkt dm hat nun Bücher im Wert von 1500 Euro gespendet.

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Bürgermeister Klaus Sidortschuk und dm-Filialleiterin Beate Körth überreichen Bücherboxen an die Lehrter Kitas.

Quelle: Lisa Malecha

Lehrte.  „Alles hat sich verändert, wir kamen mit unserem Handwerkzeug nicht mehr an die Kinder ran“, sagt Ramona Reinholz, Leiterin der Kita am Dürerring. Doch nun hätten die Jungen und Mädchen wieder Spaß am Lernen und an der Sprache – dank neuer Konzepte, wie der alltagsintegrierten Sprachförderung. In fünftägigen Kursen wurden die Erzieher bereits geschult, nun geht es an die Umsetzung.

„Die 30 neuen Bücher kommen wie gerufen“, sagt Reinholz. Denn die Einrichtung habe gerade erst einen früheren Schlafraum zur Bücherstube umgewandelt. Bald solle jede Kita ein solches Angebot haben, sagt die städtische Kindertagesstätten-Fachberaterin Karin Schulte-Derne. Hier erfahren die Erzieher auch, welche Themen die einzelnen Kinder interessieren.

Im Gegensatz zu früher solle nämlich nicht mehr verstärkt auf Gruppenangebote gesetzt werden, deren Inhalte die Erzieher vorab bestimmen. Vielmehr soll jedes Kind künftig dadurch abgeholt werden, dass Erzieher speziell die Themen behandeln, die es gerade spannend findet. „So merken die Kinder, dass sie ernstgenommen werden in ihrem Wissensdrang“, sagt Schulte-Derne. Das Kind bestimme die Inhalte – die Erzieher bringen dann verschiedene Kinder mit gleichen Interessen zusammen und besprechen mit ihnen, was man zu dem Thema noch machen kann. Gelernt wird ganz nebenbei im Alltag.

Doch auch in anderen Bereichen gehen die städtischen Kitas neue Wege: So wurden auch die Räume der Kita weitestgehend umgestaltet, damit auch der Raum als Erzieher funktioniert. Die Einrichtung soll Anregungen vermitteln, Neugier wecken und dazu einladen, sich zu bewegen. „Dafür haben wir kräftig entrümpelt“, sagt Schulte-Derne, für die die Kita am Dürerring eine „Leuchtturm-Kita für Lehrte“ ist. Dort gäbe es eine gute Mischung aus Bewegungsspielen, Singen, Lesen und der Förderung der Selbstständigkeit.

„Die Kinder haben Aufgaben und Pflichten, helfen zum Beispiel beim Tischdecken. Dafür bekommen sie aber auch viele neue Rechte“, sagt Leiterin Reinholz. Weiterhin habe jedes Kind eine Bezugserzieherin, die während der gesamten Kita-Zeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. „So wollen wir erreichen, dass kein Kind verlorengeht“, sagt Schulte-Derne. Doch die Umstellung sei ein langer Prozess. Am Dürerring hat sie dennoch gut geklappt – auch zur Freude der Erzieher. „Wir erreichen die Kinder wieder und kommen voran, das macht uns natürlich auch endlich wieder glücklich,“ sagt Reinholz.

Von Lisa Malecha

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