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Irritation um drei Flüchtlinge aus dem Sudan

Lehrte Irritation um drei Flüchtlinge aus dem Sudan

Ein Besuch von Vertretern des Lehrter Ordnungsamtes bei drei in Arpke lebenden Flüchtlingen sorgt für Verwirrung. Sie befürchteten daraufhin, in die Sammelunterkunft an der Manskestraße verlegt zu werden. Bei der Stadt gibt man jedoch Entwarnung: Es gebe derzeit keine Pläne für eine Verlegung.

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Sie wollen in der alten Hausmeisterwohnung in Arpke bleiben: Shade, Abdul und Mustafa aus dem Sudan.

Quelle: privat

Arpke. Andrea Buchholz vom Helferkreis Arpke fiel aus allen Wolken, als die drei Sudanesen, die sie seit rund einem Jahr betreut, weinend an ihrem Tisch saßen: "Sie waren ganz verwirrt vom Besuch des Ordnungsamtes", sagt sie. Nach dem Gespräch mit den Mitarbeitern der Stadt hätten die jungen Männer zwischen 20 und 25 Jahren nun Angst, in die Flüchtlingsunterkunft an der Manskestraße verlegt zu werden. "Da waren sie vorher, und da wollen sie auf gar keinen Fall wieder hin", sagt Buchholz.

Sie hat ihr Anliegen daraufhin in einem Brief an den Bürgermeister Klaus Sidortschuk formuliert und jetzt auch im Arpker Ortsrat um Hilfe gebeten. Dort sprach Buchholz von drei verschiedenen Aussagen zum Verbleib der Sudanesen, welche sie von drei verschiedenen Personen bei der Stadt erhalten habe. Unter anderem sei davon die Rede gewesen, die Hausmeisterwohnung frei zu machen und keine neuen Flüchtlinge dort einzuquartieren, aber auch davon, die drei Sudanesen in die Sammelunterkunft an der Manskestraße zu bringen. Das alles sei ärgerlich, meint die Helferin.

Die drei Sudanesen kamen mit der großen Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr nach Lehrte. Seit einiger Zeit wohnen sie in Arpke. Sie leben in der rund 100 Quadratmeter großen früheren Hausmeisterwohnung an der Grundschule. Die Integration laufe gut, die jungen Männer nutzten jedes Angebot "von Sprachkursen bis zu Ausflügen", sagt Buchholz. Einer arbeite inzwischen im Bundesfreiwilligendienst an der Medizinischen Hochschule.

Deswegen kann Buchholz das Vorgehen der Stadt auch nicht nachvollziehen. "Die Flüchtlinge wurden durch das Vorgehen der Stadt in Angst versetzt - auch weil sie nichts verstanden". Ihrer Meinung nach hätte man "wenigstens einen Dolmetscher mitschicken sollen".

Bei der Stadt sieht man das anders. "Das war eine Routineüberprüfung der Wohnverhältnisse, wie sie in der ganzen Stadt gemacht werden", sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. "Von Umzug war da gar nicht die Rede." Auch Sidortschuk habe bereits schriftlich auf den Brief von Buchholz geantwortet.

Es gebe momentan viel Bewegung unter den Flüchtlingen, so dass man lediglich überprüfe, ob sich die Menschen noch in den angegebenen Unterkünften aufhielten, erläutert Nolting. Diese Kontrollen würden aber nicht nur in Lehrte, sondern überall in Niedersachsen vorgenommen. Dabei würde überprüft, ob die Wohnverhältnisse noch angemessen seien. Zudem wolle man vermeiden, dass Flüchtlinge durch Meldungen an Wohnorten, an denen sie sich aber gar nicht aufhielten, Leistungen doppelt bezögen.

Der Bürgermeister will nun auf den Brief der ehrenamtlichen Helferkreis-Mitarbeiterin antworten. Eine Garantie für dauerhafte Unterbringung in der Hausmeisterwohnung in Arpke könne die Stadt aber nicht geben, sagt Nolting. Das Ergebnis der Überprüfung der Wohnverhältnisse stehe noch nicht fest.

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