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Ortsrat macht Druck für Ganztagsschule

Lehrte Ortsrat macht Druck für Ganztagsschule

Die Grundschule in Hämelerwald muss so schnell wie möglich zu einer offenen Ganztagsschule werden. Das ist die einhellige Meinung des Ortsrats. Er verabschiedete in einer Sitzung am Mittwochabend, in der auch zahlreiche Eltern ihren Unmut und ihre Sorgen formulierten, einen entsprechenden Antrag.

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Sie wollen ausreichend nachmittägliche Betreuung für den Nachwuchs: Zur Ortsratssitzung in Hämelerwald kommen auch viele Mütter von Grundschülern.

Quelle: Achim Gückel

Hämelerwald. Seit weit über einem Jahr versuchen die Hämelerwalder Politiker, für mehr Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder im Dorf zu sorgen. Der derzeitige Hort hat zwei Gruppen mit insgesamt 30 Kindern, doch das deckt den Bedarf bei Weitem nicht, haben die Hämelerwalder errechnet. Und nun wird nach Angaben von Ortsbürgermeister Dirk Werner auch aus dem Angebot einer neuen Hortgruppe für Hämelerwalder Kinder in der Grundschule im benachbarten Sieverhausen nichts. Denn dort werden zum nächsten Schuljahr zwei 1. Klassen eingeschult, und man braucht den für die Hortgruppe vorgesehenen Raum selbst.

Eine offene Ganztagsschule wäre eine Lösung, meinen Ortsrat und Eltern in Hämelerwald. Doch diese werde "von der Schule selbst sowie der Stadt im Moment nicht so hoch priorisiert", drückte es Werner in der Sitzung vorsichtig aus. Daher sei es nun zu dem von allen Fraktionen im Ortsrat getragenen Antrag gekommen.

Dieser sieht vor, noch in diesem Jahr einen Antrag bei der Landesschulbehörde zu stellen, die Hämelerwalder Grundschule mit Beginn des Schuljahrs 2018/19 in eine offene Ganztagsschule umzuwandeln. Sollte dieser Antrag nicht bis Ende Oktober aus der Schule selbst kommen, müsse die Stadt das erledigen, und zwar spätestens bis zum 1. Dezember 2017. Denn eine weitere Hortgruppe in Hämelerwald einzurichten, um den Betreuungsbedarf zu decken, sei nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand zu realisieren.

Mehrere Redner betonten im Ortsrat, dass sie es gern sähen, wenn die Schule selbst den Antrag stellen würde. "Wir wollen uns aber nicht weiter mit Notlösungen zufrieden geben, und wir wollen nun unterstreichen, wie wichtig uns die Angelegenheit ist", sagte Heiko Danielzik (SPD). Auch Reneé-Michael Friedrich (CDU) sprach von einer "Dringlichkeit", regte aber ein Gespräch mit der Schulleitung "hinter verschlossenen Türen" an, um mögliche Bedenken gegen das Vorhaben zu ergründen. Thomas Schorn (FDP) sprach von einem deutlichen und parteiübergreifenden Signal an die Eltern und Roland Panter (Grüne) davon, dass eine gute Betreuungssituation für die Grundschulkinder auch ein wichtiger Standortfaktor für Hämelerwald sei. Thomas Diekmann (SPD) erinnerte indes daran, dass bei aller politischer Zustimmung für die Ganztagsschule auch ein pädagogisches Konzept dafür her müsse: "Das ist die Voraussetzung für eine Genehmigung durch die Landesschulbehörde", mahnte er. Und bei diesem Konzept müsse die Schule mitarbeiten.

Mehrere Hämelerwalderinnen machten in der Ortsratssitzung ihren Sorgen um die Betreuung des Nachwuchses Luft. Noch immer gebe es keine Aussagen der Stadt darüber, ob man für das kommenden Schuljahr einen Hortplatz im Dorf, an einem anderen Standort oder möglicherweise gar keinen habe. "Wo soll mein Kind dann hin, und wie soll ich das so kurzfristig bei meinem Arbeitgeber regeln?", fragte eine Mutter. Eine Sprecherin bot indes an, die unlängst gegründete Elterninitiative könne bei der Erstellung eines Betreuungskonzepts mitarbeiten. Denn zurzeit werde das Problem allein "auf dem Rücken der Eltern ausgetragen". Viele Erziehungsberechtigte von Grundschulkindern in Hämelerwald seien derzeit regelrecht verängstigt.

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Von Redakteur Achim Gückel

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