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Wahl mit Misstönen: Kothe ist Ortsbürgermeister

Lehrte Wahl mit Misstönen: Kothe ist Ortsbürgermeister

Immensen hat eine denkwürdige Ortsratssitzung erlebt. Bei der Wahl zum Nachfolger von Heidrun Bleckwenn als Ortsbürgermeister setzte sich Falk Kothe (CDU) gegen Michael Clement (SPD) in geheimer Abstimmung mit vier zu drei Stimmen durch. Danach gab es nicht nur Applaus, sondern auch Unmut.

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Falk Kothe ist neuer Ortsbürgermeister in Immensen.

Quelle: Achim Gückel

Immensen. Als der 36-jährige Falk Kothe sich nach der Wahl für das ihm entgegengebrachte Vertrauen bedankte, schallte ihm der Ausruf von einem der rund 60 Gäste entgegen. „Welches Vertrauen?“, fragte dieser verächtlich. Ein anderer
Besucher schimpfte über eine „geschobene Wahl“. Kothe bat
am Ende der Sitzung schließlich darum, ihm „die Chance zu geben, sich zu beweisen“. Der Christdemokrat sprach aber auch davon, dass es in Immensen „keine Erbmonarchie“ für die SPD gebe und er für einen Politikwechsel im Dorf angetreten sei.

In der Tat ist Immensen über Jahrzehnte fest in der Hand der
Sozialdemokraten gewesen. Den letzten CDU-Bürgermeister gab es dort vor mehr als 40 Jahren. Bei den Kommunalwahlen in diesem September kam die SPD auf drei von sieben Sitzen. Die zwei Mandatsträger der CDU sowie Wilfried Mierswa (Grüne) und Beate Julitta Lange (Unabhängige) taten sich nach der Wahl zusammen. Zu Verhandlungen mit der SPD kam es offenbar nicht. Das Kräfteverhältnis spiegelt sich nun in der Wahl des Ortsbürgermeisters wider.

Das frühere SPD-Ortsratsmitglied Gerhard Hilmer übte nach
der Abstimmung deutliche Kritik. „In Immensen war es stets so Brauch, dass derjenige Ortsbürgermeister wird, der die meisten persönlichen Stimmen holt“, sagte er. Für Michael Clement (SPD) waren das 533, für Falk Kothe 221. „Der Bürgerwille war eindeutig. Michael sollte Ortsbürgermeister werden“, betonte Hilmer.

Grünen-Ortsratsherr Mierswa sagte hingegen, er stehe nicht für die Wahl eines Ortsbürgermeisters zur Verfügung, der „vier Tage die Woche nicht da ist“. Dabei spielte er auf Clements Arbeitsstelle in Sachsen-Anhalt an. Dieser wiederum betonte, er hätte sich stets drei bis vier Abende pro Woche für die Politik in seinem Heimatdorf freigehalten. Das Amt sei aber „auch ein Stück Teamarbeit“.
Zur Vize-Ortsbürgermeisterin wählte der Ortsrat Beate Julitta Lange. Sie bekam in offener Abstimmung vier Ja-Stimmen, die drei SPD-Vertreter sagten Nein. Norma Wildhagen (SPD) hatte sich zuvor nicht zur Kandidatur für den Posten bereit erklärt.

Vor den Wahlen hatte die bisherige Ortsbürgermeisterin Heidrun Bleckwenn (SPD) noch eine kurze Abschiedsrede gehalten. Sie hatte das Gremium gemahnt, sich künftig einmütig zu äußern. „Sonst geht die Stimme Immensens unter“, sagte sie und kritisierte, dass seit den Wahlen im September „durch persönliches Machtgerangel viel Porzellan zerschlagen wurde“. Weil Immensens Probleme aber künftig eher größer als kleiner würden, müsse man doch eigentlich „alles Parteiliche“ aus dem Ortsrat heraushalten.

Von Achim Gückel

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