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Ortsrat will Bahnübergang schließen

Aligse Ortsrat will Bahnübergang schließen

Das ist ein Paukenschlag: Der Ortsrat Aligse-Röddensen-Kolshorn fordert, den Bahnübergang an der Peiner Heerstraße für den Autoverkehr zu schließen und durch eine Brücke oder Unterführung für Fußgänger und Radfahrer zu ersetzen.

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Für viele Verkehrsteilnehmer sind die Schranken am Aligser Bahnübergang gefühlt jetzt schon ständig zu.

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. Die Zustände am Bahnübergang seien unhaltbar, monieren die Ortspolitiker. Pendler zu Fuß, die morgens mit dem Zug nach Hannover fahren, Schul- und Kindergartenkinder auf ihrem Nachhauseweg sowie Sportler auf dem Weg zur Halle und zum Stadion: Sie stünden ebenso regelmäßig vor den geschlossenen Halbschranken wie all jene Autofahrer, die aus Steinwedel kommend nach Lehrte oder in die Gegenrichtung zur Autobahn wollen.

Wenn dann nach den halbstündlich fahrenden Personenzügen auch noch Güterzüge durchrauschten, die Blechlawinen immer länger und die Zeit immer knapper werde - dann komme so mancher nach langem Warten schon mal in Versuchung, die Halbschranken zu umgehen, hat Ortsbürgermeister Frank Seger beobachtet. Mit der Weiterentwicklung des Schienenverkehrs werde sich dieser Zustand noch verstärken.

Deshalb müsse möglichst schnell Abhilfe geschaffen werden, drängt der Ortsrat - und zwar in ganz großem Stil. Er fordert, den Bahnübergang komplett zu schließen. Stattdessen sollten Fußgänger und Radfahrer künftig durch einen neuen, barrierefreien Tunnel oder über eine Brücke sicher und direkt zu den örtlichen Schul- und Sportanlagen gelangen können. Problematisch würde es dann für den Autoverkehr. Denn für eine verschwenkte, neben den Schienen verlaufende Straße sei der Enge wegen kein Platz.

Das hieße aber, dass für die Peiner Heerstraße eine möglichst nahe Alternativroute gefunden werden müsste, da der Verkehr nach Steinwedel unterbrochen und ein Umweg über Röddensen nötig wäre. „Wie genau das möglich ist, darüber müssen sich die Fachleute Gedanken machen“, erläuterte Martin Schieweck (CDU) den Antrag seiner Fraktion, den die Stadt auch in ihre Stellungnahme zum Regionalen Raumordnungsprogramm aufnehmen soll.

Bezahlen soll dieses Riesenvorhaben nach dem Willen des Ortsrats der Bund, „da der Ausbau des Schienenverkehrs ausschließlich überregionalen und nationalen Interessen dient“.

Für Zählung soll Rat Geld geben

Damit auch Regions- und Bundespolitiker den Ernst der Aligser Lage erkennen, ohne selbst vor der Schranke verweilt zu haben, soll der Rat helfen. Nach dem Willen der Ortsratsmitglieder soll er beschließen, dass die Verkehrsströme am Bahnübergang mit der Zählung von Autos und Lastwagen ermittelt werden. Dafür sollen bereits für das nächste Jahr Haushaltsmittel eingestellt werden. Zudem soll die Stadt die Deutsche Bahn AG dazu anhalten, Auskunft über die aktuellen Schließzeiten des Aligser Bahnübergangs zu geben und eine Prognose für die nächsten zehn Jahre zu erstellen.

Von Sandra Köhler

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