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Politik fordert Erhalt der medizinischen Grundversorgung

Lehrte Politik fordert Erhalt der medizinischen Grundversorgung

Nach Bekanntwerden der neuen Pläne für einen Erhalt des Lehrter Krankenhauses wertet die Politik die neue Entwicklung zumindest als positives Signal. Doch das Angebot ist offenbar nicht zu halten: Die chirurgische Abteilung soll geschlossen werden - dann gäbe es vor Ort keine Operationen mehr.

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Bleibt das Krankenhaus Lehrte doch erhalten? Rot-Grün in der Regionsversammlung hat einen neuen Vorschlag vorgelegt.

Quelle: Kühn

Lehrte. Donnerstag war bekannt geworden, dass die rot-grüne Mehrheit in der Region eine neue Variante auf den Tisch gelegt hat, die vom Aufsichtsrat am 14. Dezember diskutiert werden soll. Danach soll es einen Neubau in Großburgwedel geben und das Krankenhaus in Lehrte „aufgewertet“ werden. Eine Fusion beider Häuser in einem Neubau scheint damit vom Tisch.

Verhalten positiv, aber noch längst nicht erleichtert oder optimistisch: So lässt sich die Resonanz beschreiben. „Dass von der Schließung abgerückt werden soll, ist ein positiver Aspekt“, sagt Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Ein Herunterschrumpfen auf 50 Betten wäre aber nicht akzeptabel. Er wolle deshalb erst einmal abwarten, was im Aufsichtsrat beschlossen wird.

Ähnlich äußerte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Bodo Wiechmann: „Das klingt nach der richtigen Richtung, aber der Teufel steckt im Detail.“ Die Geriatrie zu stärken wäre zwar zukunftsträchtig, doch müsse auch die Grundversorgung im Osten der Region mit mehr als 100 000 Einwohnern erhalten bleiben. Er könne sich vorstellen, dass die Kommunalwahl im nächsten Jahr eine Rolle bei der Neuorientierung von Rot-Grün in der Region gespielt habe.

Auch Ronald Schütz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, stößt sich an der geringen Zahl von dann nur noch 50 statt derzeit 170 Betten. Auch wenn die Geriatrie gestärkt und Innere Medizin sowie Dialyse erhalten blieben - ein möglicher Verlust der Chirurgie sei nicht hinnehmbar: „Dann wird Lehrte kein Grundversorger mehr sein.“

Mit einer reinen Fachklinik als Geriatriezentrum oder als Portalklinik, die Patienten weitgehend weiter verteilt, wäre Lehrte nicht geholfen. Schütz vermutet von Rot-Grün befürchtete Stimmenverluste bei der Kommunalwahl als Hintergrund - in Springe sei die Stimmung nach Schließung des dortigen Krankenhauses schlecht.

Das sieht der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Deneke-Jöhrens genauso. Er sei von der „politischen Rolle rückwärts“ erstaunt und führe diese auf die Kommunalwahl zurück, sagt er. Deshalb bleibe er skeptisch, ob es nach der Wahl wieder einen Rückzieher gebe. „Denn über Kosten für die neuen Pläne ist überhaupt noch nicht gesprochen worden.“

Einen Schritt weiter geht Bernward Schlossarek, CDU-Regionsfraktionsvorsitzender und Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums. In einem Krankenhaus mit 50 Betten sehe er keine Stärkung, vor zwölf Jahren habe es an der Manskestraße noch 206 Betten gegeben. Die Grundversorgung müsse erhalten bleiben. „Ich befürchte, dass es eine Springisierung in Lehrte geben könnte.“ In Springe war das Krankenhaus nach langen Debatten und Bürgerprotesten doch geschlossen worden.

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