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Kampf um Klinik hat sich gelohnt

Lehrte Kampf um Klinik hat sich gelohnt

Das Lehrter Krankenhaus wird nicht geschlossen, sondern mit dem Schwerpunkt Altersmedizin und Wirbelsäulenerkrankungen sogar noch deutlich aufgewertet: Diese einmütige Entscheidung der Regionsversammlung hat bei der Stadt, in der Politik und beim Betriebsrat große Zufriedenheit ausgelöst.

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Das Krankenhaus Lehrte wird nicht geschlossen.

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Bürgermeister Klaus Sidortschuk zeigte sich "sehr zufrieden": "Die Forderung der Stadt, die Klinik zu erhalten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln, ist erfüllt worden." Er sei froh, dass am Ende die Sache und nicht parteipolitische Kämpfe entscheidend waren.

Ähnlich äußerte sich sein Parteikollege, der SPD-Fraktionsvorsitzende Bodo Wiechmann: "Es hat sich gelohnt, zu kämpfen." Jetzt bleibe nicht nur eine wohnortnahe Grundversorgung mit Innerer Medizin, Chirurgie und Notaufnahme erhalten, sondern bekomme Lehrte sogar noch zusätzlich eine zukunftsfähige Altersmedizin. Denn der Bedarf wachse bei einer immer älter werdenden Gesellschaft. Die Spezialisierung auf den Schwerpunkt Altersmedizin mit ganzheitlicher Betrachtung - der weiteren Versorgung nach einer Operation im selben Haus - begrüßt auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ronald Schütz. "Das wird ein Leuchtturm für die Region und das Klinikum allgemein." Zumal in Lehrte auch die Aus- und Fortbildung stattfinden soll. Darüber hinaus werde der Standort Lehrte wirtschaftlicher, weil in der Altersmedizin höhere Kostensätze von den Krankenkassen vergeben würden.

 Auch der aus Lehrte stammende CDU-Regionsfraktionsvorsitzende Bernward Schlossarek ist über das "Happy End für Lehrte" erfreut - und erstaunt zugleich: "Mit diesem Ergebnis habe ich vor einem Jahr, vor allem nach der Schließung des Springer Krankenhauses, nicht gerechnet." Damit sei der "Ausverkauf der Lehrter Interessen" nach dem Abzug der Berufsschule und des Wertstoffhofes zu Ende. Knifflig werde noch einmal die Finanzierung, denn in Niedersachsen gebe es einen Sanierungsstau bei Krankenhäusern von rund 1,2 Milliarden Euro. Er sei deshalb auf die Vorschläge der Geschäftsführung des Klinikums gespannt.

Eine mögliche Förderung durch das Land sieht auch Christoph Lokotsch (Die Linke) skeptisch, der im vergangenen Jahr eine Online-Petition gestartet und 12.000 Unterschriften gesammelt hatte, damals noch als SPD-Mitglied. Ein Neubau und ein Umbau sei deutlich teurer als nur ein einziger Neubau. Für Lehrte sei es aber "für den Augenblick" erst einmal eine gute Nachricht. Zufrieden zeigt sich auch Betriebsrat des Lehrter Klinikums, obwohl er eigentlich einen Neubau als zukunftsfähigste Lösung, nicht zuletzt für die Arbeitsplätze, angesehen hatte. "Aber wenn der Standort hier jetzt erhalten und ausgebaut wird, ist das sowohl für die Mitarbeiter wie auch die Bevölkerung ein Erfolg", sagt die Vorsitzende Susanne Bühmann. Die diskutierte Variante einer Portalklinik mit nur 50 Betten und ohne Chirurgie habe seinerzeit bei den Mitarbeitern große Ängste ausgelöst.

Von Oliver Kühn

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