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Stadt soll Sozialarbeit weiter finanzieren

Lehrte Stadt soll Sozialarbeit weiter finanzieren

Die Schulen in Lehrte sollen ihre Schulsozialarbeiter behalten. Die Mitglieder des Sozialausschusses haben sich jetzt einhellig gegen die Pläne der Stadt gestellt, sich aus dieser Aufgabe zurückzuziehen.

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Schulsozialarbeit soll es künftig auch am Schulzentrum Mitte, also auch für die Albert-Schweitzer-Schule geben, fordert Schulleiterin Beate Forgber.

Quelle: P. Oswald-Kipper

Lehrte. "Das Land übernimmt jetzt diese Aufgabe, damit sind wir für die Schulsozialarbeit nicht mehr zuständig", erklärte der Erste Stadtrat Uwe Bee im Schulausschuss. Aus einem Landesprogramm werden künftig landesweit 500 Sozialarbeiterstellen finanziert. Dabei soll Lehrte zwei Dreiviertelstellen für die Hauptschule und die Realschule am Schulzentrum Lehrte-Süd erhalten.

Drei Schulsozialarbeiter, die aktuell bei der Stadt ein befristetes Verhältnis bis 2018 haben, haben gekündigt - mit der Aussicht auf unbefristete Stellen. Damit gäbe es etwa an der IGS in Hämelerwald oder am Schulzentrum Lehrte Mitte bald keine Schulsozialarbeiter mehr.

"Das wäre für uns ein herber Verlust", sagt Beate Forgber, Schulleiterin an der Albert-Schweitzer-Schule und Mitglied im Schulausschuss. Der Bedarf steige mit den zusätzlichen Aufgaben, die die Schulen übernehmen müssten. Darauf wies auch Bernhard Mellentin, Leiter der IGS Lehrte, hin. An seiner Schule seien mittlerweile 50 Flüchtlingskinder, die versorgt werden müssten. "Das können wir nicht im pädagogischen Alltag bewältigen", sagte er. Es gehe dabei um Integrationsarbeit, damit könne man auch Gefahren wie Salafismus vorbeugen.

Die Politiker waren sich einig, bei diesem Thema den bisherigen Standard in Lehrte zumindest halten zu wollen. "Diese Lücke müssen wir schließen", sagte Bodo Wiechmann (SPD). Carsten Milde bemängelte, dass die Stadt zu diesem wichtigen Thema keine Vorlage erstellt hatte. Die bisherigen drei Stellen seien nicht ausreichend. Ziel müsse es deshalb sein, "mehr Schulsozialarbeit an den Schulen zu haben". Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (CDU) warb dafür, die Gelder im Lehrter Haushalt bis 2018 auszuschöpfen - zusätzlich zu den neuen, vom Land finanzierten Stellen. "Wir sollten nicht nur den Status halten - es soll besser werden", sagte er.

Der Sozialausschuss verständigte sich darauf, dass die Stadt kurzfristig in einem Konzept klar darstellt, welche Schulen künftig Schulsozialarbeiter bekommen sollen. Der Verwaltungsausschuss soll dann zügig über die Vorlage abstimmen. "Damit die frei werdenden Stellen schnellstmöglich wieder besetzt werden können", sagte Uwe Bee.

Erziehung findet weniger in der Familie statt

Auch die Ansprüche an Grundschulen sind seit Jahren gestiegen, die Aufgaben haben sich verändert. "Erziehung findet immer weniger in Familien statt und wird auf andere übertragen", sagt Beate Forgber, Leiterin der Albert-Schweitzer-Grundschule. Sie sieht den Sozialarbeiter deshalb als "Bindeglied zwischen Jugendamt und Schule". 

Es sind aber nicht nur die Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, die besondere Unterstützung brauchen. An der Albert-Schweitzer-Schule gibt es mittlerweile auch 46 Flüchtlingskinder. Da ist Hilfe bei alltäglichen Dingen notwendig - vom Ausfüllen von Formularen bis hin zur Begleitung bei Behördengängen. Ein enormer Aufwand - der nach Ansicht von Forgber allein von den Pädagogen gar nicht zu leisten ist. Optimal wäre ihrer Meinung nach ein Sozialarbeiter, der auch arabisch spricht. "Das würde die Zusammenarbeit mit den Eltern sehr erleichtern", sagt sie.

Zudem wird ein Großteil der Kinder an ihrer Schule mittlerweile auch ganztags betreut. Die Jungen und Mädchen sind bis weit in den Nachmittag an der Schule. Auch in diesem Bereich sieht Forgber dringend Bedarf an unterstützender Sozialarbeit.

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Von Redakteur Patricia Oswald-Kipper

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