Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Timberpak: Polizei sucht Brandstifter

Lehrte Timberpak: Polizei sucht Brandstifter

Das Großfeuer auf dem Gelände der Firma Timberpak an der Benzstraße ist vorsätzlich entfacht worden. Experten der Polizei haben sich am Dienstagvormittag den Ort des Geschehens angeschaut. Sie gehen eindeutig von Brandstiftung aus. Jetzt hoffen die Ermittler auf Zeugenhinweise.

Voriger Artikel
Feuer bei Recycling-Firma: War es Brandstiftung?
Nächster Artikel
Umstrittener Haushalt ist genehmigt

Feuerwehrleute klettern über einen Zaun, um an den lichterloh lodernden Holzberg zu gelangen.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Das Feuer war groß, die Flammen loderten hoch in den Himmel, und die Rauchwolken über dem östlichen Lehrter Ortsrand waren am Montagabend weithin zu sehen. Trotzdem ist bei dem Brand bei dem Recyclingunternehmen kaum nennenswerter Schaden entstanden. Der etwa sechs Meter hohe und 300 Quadratmeter große Berg aus Holzschnitzeln und Europaletten sei "nicht viel wert" gewesen, sagt Timberpak-Geschäftsführer Peter Lattrich. Die Flammen haben nicht auf Gebäude oder Maschinen übergegriffen, "rein wirtschaftlich" habe man also Glück gehabt. Menschen kamen ebenfalls nicht zu Schaden. Únd auch für Lattrich kommt nur Brandstiftung in Frage. "So ein Haufen Holz fängt ja nicht von allein an zu brennen", sagt er.

Die ersten Zeugen sahen die an der Benzstraße aufsteigende Rauchsäule gegen 17.50 Uhr. Zu ihnen gehörte auch eine Abteilung der Jugendfeuerwehr, die sich gerade zum Übungsdienst getroffen hatte. Drei Einsatzkräfte eilten zur Benzstraße, sahen den bereits lichterloh lodernden Holzstapel auf dem abgezäunten Gelände und gaben Alarm. Ihnen fiel auch auf, dass plötzlich an einer etwa 50 Meter vom brennenden Holzberg entfernten Stelle Flammen loderten, die auf ein Förderband überzugreifen drohten. Diesen Brand konnte die Mannschaft des ersten eintreffenden Löschfahrzeugs innerhalb weniger Minuten ersticken.

Neben der Ortsfeuerwehr aus Lehrte eilten Einsatzkräfte aus Immensen, Steinwedel und Aligse zum Timberpak-Gelände. Insgesamt 35 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen. Sie pumpten Löschwasser aus einem auf dem Firmengelände vorhandenen Regenrückhaltebecken, mussten aber auch eine mehrere 100 Meter lange Schlauchleitung bis zur Industriestraße legen. Einzelne Einsatzkräfte sprachen wegen der weit entfernten Hydranten von einer schwierigen Löschwasserversorgung.

Mit insgesamt sechs Löschrohren erstickten die Feuerwehrleute schließlich die Flammen. Zwei Radlader und ein Bagger der Firma Timberpak waren nötig, um die Holzreste auseinander zu ziehen, damit die letzten Glutnester gelöscht werden konnten. Der Einsatz dauerte bis in die späten Abendstunden.

Firma will Videoüberwachung installieren

Als Konsequenz aus der Brandstiftung am Montagabend will das Unternehmen Timberpak sein Gelände an der Benzstraße nun mit einer Videoüberwachung ausrüsten. Das hat Geschäftsführer Peter Lattrich am Dienstagnachmittag angekündigt. In den knapp fünf Jahren, die seine Firma in Lehrte ansässig ist, habe es bisher zwar noch nie einen derartigen Zwischenfall gegeben. Weil das Gelände aber außerhalb der Betriebszeiten menschenleer ist, wolle man nun vorsichtig sein.

Timberpak schreddert auf dem abgelegenen Gelände an der Benzstraße, wo einst die Maschinenfabrik Bade stand, Altholz in großem Stil. 60.000 Tonnen darf das Unternehmen laut Genehmigung der Gewerbeaufsicht jährlich in Lehrte verarbeiten. Unlängst hatte Timberpak beantragt, künftig mehr gefährliche, mit Lacken oder Lösungsmitteln belastete Hölzer verarbeiten zu dürfen. Die Kapazität sollte von 9000 auf 15.000 Tonnen pro Jahr wachsen. Lehrtes Politiker hatten das mit Skepsis verfolgt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x75d3ph3k810wfut4bq
Landfrauen wollen sich neuen Themen widmen

Fotostrecke Lehrte: Landfrauen wollen sich neuen Themen widmen