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Polizei will Fahrschüler mit Schockbildern aufklären

Lehrte Polizei will Fahrschüler mit Schockbildern aufklären

Lehrtes Polizei will gegen die hohen Unfallquoten bei Fahranfängern angehen. Ab sofort arbeitet das Kommissariat mit fünf Fahrschulen in der Kernstadt zusammen. Beamte werden in einem Pilotprojekt den Theorieunterricht besuchen und über die Gefahren von Alkohol, Drogen und rasantem Fahren aufklären.

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Unfallstelle bei Arpke: Hier starb vor zweieinhalb Jahren ein junger Mann. Er hatte erst wenige Wochen den Führerschein.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Wer in den Fahrschulen Simokat, Lehrte Süd, Jochens, Holze und A&O seinen Führerschein macht, bekommt es demnächst mit der Polizei zu tun. Beamte des Lehrter Kommissariats werden dort in unregelmäßigen Abständen zu Gast sein und eine Präsentation vorstellen, die tiefen Eindruck hinterlassen soll. Darin geht es unter anderem um Autounfälle, welche 18- bis 24-Jährige verursacht haben und bei denen mancher junge Mensch sein Leben verloren hat oder schwer verletzt wurde. Und diese Unfälle spielten sich nicht irgendwo ab, sondern allesamt im Lehrter und Sehnder Stadtgebiet. Gezeigt werden auch Schockbilder von Autowracks und Unfallstellen.

Die räumliche Nähe zwischen diesen schlimmen Unfällen und dem Lebensumfeld der Fahrschüler soll nachhaltige Wirkung zeigen. „Wir versprechen uns viel von dieser Aktion“, sagt Ulrich Bode, Kommissariatsleiter in Lehrte. Und auch die Vertreter der fünf beteiligten Fahrschulen nennen das Projekt „sinnvoll und positiv“.

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Ist es eine gute Idee, Fahrschüler mit Unfallbildern zu sensibilisieren?

Bode hofft, dass jeder Absolvent der beteiligten Fahrschulen den Polizeivortrag hört. Dass sich fünf der sechs in der Kernstadt angesiedelten Fahrschulen an der Aktion beteiligen, nennt der Kommissariatsleiter eine „beeindruckend hohe Quote“. Sie belege, dass die angesprochenen Themen von enormer Wichtigkeit seien.

Der etwa halbstündige Vortrag, den sechs Polizeibeamte ausgearbeitet haben, spart nicht mit Fakten und Zahlen. Diese belegen, dass Fahranfänger besonders häufig in Unfälle verwickelt werden. Und sie klären darüber auf, welche Auswirkungen etwa Drogen- und Alkoholgenuss auf die Fahrtüchtigkeit haben. Schon ein Glas Wein oder Bier könne böse Folgen haben. Wie Alkohol wirkt, können die Fahrschüler mithilfe einer sogenannten Rauschbrille ausprobieren.

Die Aktion, an der auch die Verkehrswacht beteiligt ist, bleibt vorerst auf Lehrter Fahrschulen beschränkt. Bode kann sich jedoch vorstellen, dass sie bereits im kommenden Jahr auch auf Sehnde und danach möglicherweise auf weitere Kommunen in der Region Hannover ausgeweitet wird.

Es gibt viel Unwissenheit

Lehrtes Polizei hat klare Erfahrungen: Viele junge Leute unterschätzten, welch enorme Auswirkungen selbst geringer Drogen- oder Alkoholkonsum auf die Fahrfähigkeit haben. Dass schon ein Glas Bier bei einem Mann zu 0,25 und einer Frau zu 0,4 Promille führen könne, sei kaum jemandem bewusst. Wie lange Drogen die Sinne vernebeln ebensowenig. Dort setzt die Präsentation in den Fahrschulen an. Und sie will auch mit statistischen Zahlen Eindruck machen: Die 18- bis 24-Jährigen machen in Deutschland 7,9 Prozent der Bevölkerung aus. Bei Verkehrsunfällen stellt diese Altersgruppe aber 17,8 Prozent aller Verletzten und 14,8 Prozent aller Getöteten. Hauptursache für von Fahranfängern verursachte Unfälle ist das zu schnelle Fahren (36,4 Prozent), gefolgt vom Alkoholeinfluss (27,8 Prozent). ac

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