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Polizeikontrolle: 65 Verstöße in acht Stunden

Lehrte Polizeikontrolle: 65 Verstöße in acht Stunden

Nicht angeschnallt, Handy am Ohr, bei Rot über die Ampel gefahren: Polizeibeamte haben bei Kontrollen an der vermutlich am stärksten befahrenen Straßenkreuzung in Lehrte eine erschreckend hohe Anzahl von Verkehrssündern erwischt. Am Ende der insgesamt gut achtstündigen Aktion zählten sie 65 Verstöße.

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Die Polizei erwischt an Lehrtes zentraler Straßenkreuzung fast 40 Verkehrssünder in nur vier Stunden.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Schauplatz der Kontrollen war die Kreuzung aus Marktstraße und Berliner Allee. Und das aus gutem Grund. Die Kreuzung ist seit einigen Jahren ein Unfallschwerpunkt. An keiner Stelle im Lehrter Stadtgebiet krachte es im vergangenen Jahr häufiger. Dort postierten sich jeweils acht Beamte aus dem Lehrter Kommissariat und der Bereitschaftspolizei Hannover am Dienstagnachmittag für etwa vier Stunden, am Mittwochvormittag noch einmal für knapp viereinhalb Stunden. Polizeikommissar Mario Birnstiel, der sich mit zwei Kollegen an der Marktstraße platziert hatte, sprach gegen Ende der Aktion von einem "erheblichen Fehlverhalten" vieler Autofahrer.

Das ist noch zurückhaltend ausgedrückt. Allein am Dienstagvormittag erwischten die Polizisten sieben Autofahrer, die das Rotlicht an der Ampel missachteten, 17 Fahrer mit einem Handy am Ohr und 13 weitere, die ihren Gurt nicht angelegt hatten. In zwei weiteren Autos saßen kleine Kinder nicht in den vorgeschriebenen Sitzschalen. Am Mittwoch sah es nicht viel besser aus: Sechsmal fahren bei Rot und jeweils zehn Handy- und Gurtverstöße.

Birnstiel betont, dass es bei der Kontrollaktion nicht darum ging, Autofahrer abzuzocken. Die Polizei wolle vielmehr auf die Gefahren hinweisen, die etwa das Telefonieren oder Schreiben von Kurznachrichten am Steuer habe. "Wir wollen, dass bei den Leuten etwas hängen bleibt", sagt er.

Wer erwischt wurde, muss allerdings ein Bußgeld zahlen: 30 Euro für das Fahren ohne Gurt und 60 Euro (und einen Punkt) für das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt.

"Ich hatte es gerade sehr eilig"

Die Polizisten, die am Dienstag und Mittwoch an der Markstraße und der Berliner Allee im Einsatz waren, bekamen von den ertappten Autofahrern mitunter abenteuerliche Ausreden zu hören. "Manche Leute gaben an, sie hätten es sehr eilig gehabt und das Anschnallen einfach vergessen", sagt Polizeikommissar Mario Birnstiel. Einige Fahrer, die mit dem Handy am Ohr erwischt wurden, waren mit ihren Rechtfertigungen noch etwas phantasievoller. Ein Fahrer habe behauptet, er wollte eigentlich nur einen eingehenden Anruf wegdrücken. Ein anderer gab vor, sein Mobiltelefon eigentlich nur von rechts im Auto nach links gelegt und dabei am Ohr vorbei gezogen zu haben.

26 Unfälle in einem Jahr

Die Kreuzung aus Marktstraße und Berliner Allee ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr zum Unfallschwerpunkt geworden. Im Jahr 2015 gab es dort laut Statistik des Lehrter Polizeikommissariats 26 registrierte Kollisionen. Dabei wurden 13 Menschen leicht und eine Person schwer verletzt. Den wirtschaftlichen Schaden, der bei allen 26 Unfällen insgesamt entstand, beziffert die Polizei auf 450.000 Euro.

In den vergangenen Jahren gab es auch immer wieder Kritik an der Ampelschaltung an der Kreuzung. Mancher Autofahrer sei irritiert durch die nebeneinander angeordneten Lichtzeichen für Geradeausfahrer und Abbieger und reagiere auf das falsche Zeichen, heißt es. Dadurch komme es vor, dass zum Beispiel Abbieger schon losführen, obwohl der Pfeil für sie noch Rot zeige.

Um den Verkehr flüssiger über die Kreuzung zu leiten und Gefahren zu beseitigen sind laut Polizei die Ampelschaltungen an der Kreuzung schon dreimal verändert worden. Nachhaltigen Erfolg hatte das bisher anscheinend nicht.

Von Achim Gückel

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