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Poller gegen rabiate Einbrecher

Lehrte Poller gegen rabiate Einbrecher

Nach dem spektakulären Einbruch in die Expert-Filiale am Zuckerzentrum hat der Elektromarkt Metallpfeiler installiert: Es sollen nicht nochmals Diebe mit einem Auto in die Tür rauschen können.

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Vor dem Eingang des Expert-Elektromarkts im Zuckerzentrum stehen jetzt Pfeiler. Sie sollen Einbrecher stoppen, die ein Auto als Rammbock gegen die Tür benutzen wollen.

Quelle: Eike Brunhöber

Lehrte. Sie sehen ein wenig merkwürdig aus: Vor der Eingangstür und vor einer großflächigen Scheibe des Expert-Markts stehen jetzt jeweils zwei hüfthohe Metallpoller. „Das mussten wir machen, damit wir weiter Versicherungsschutz haben“, sagt der Marktleiter. Kürzlich waren sechs Diebe mit einem Opel Astra des nachts in die Eingangstür gefahren, sie hatten den Opel wie einen Rammbock benutzt. Die Männer stahlen Handys und Smartphones im Wert von rund 40.000 Euro. Der Schaden an der Tür: 20.000 Euro. Nun sollte man meinen, dass es nicht sonderlich häufig vorkommt, dass jemand mit einem Wagen in einen Elektromarkt fährt. Auch sollte man meinen, dass Einbrecher es gern diskret haben und das Schrillen der Alarmanlagen meiden. Insofern mutet es wie eine übertriebene Furcht des Versicherers an, auf ästhetisch fragwürdige Poller zu bestehen.

Doch haben Versicherungshäuser derzeit allen Grund, sich vor genau solchen Einbrechern zu fürchten: Seit dem Spätsommer - und insbesondere im Oktober und November - häufen sich bundesweit die sogenannten Blitzeinbrüche, die nach dem Muster des Lehrter Falles ablaufen. Die Täter fahren mit - meist gestohlenen - Autos in Türen und Fenster von Elektromärkten, Juweliergeschäften und Pfandleihhäusern. Sie pfeifen darauf, dass Alarmanlagen schrillen und Zeugen sie sehen, denn sie sind maskiert und im bereitstehenden Fluchtwagen schnell wieder weg. Den Rammbock-Wagen lassen sie im Glasscherben-Desaster stehen.

Sie haben es insbesondere auf kleine, leicht zu transportieren- de Wertgegenstände abgesehen: Schmuck, Handys und Tabletcomputer. Bei einem Einbruch in ein Juweliergeschäft in der Innenstadt von Frankfurt/Main machten die Täter besonders üppige Beute: Schmuck im Wert von 300.000 Euro. Unter ästhetischen Gesichtspunkten sieht der Lehrter Expert-Marktleiter in den Metallpollern kein Problem: „Die sieht man nicht, das ist schon okay.“ Schließlich gebe es ja gleich daneben bereits Fahrradbügel. Nach einem Blitzeinbruch im nordrhein-westfälischen Dorsten Ende Oktober zündeten die Einbrecher den Rammbock-Wagen an - zumindest das ist der Lehrter Expert-Filiale erspart geblieben.

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Von Redakteur Eike Brunhöber

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