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Katholische Laien sollen Aufgaben übernehmen

Lehrte Katholische Laien sollen Aufgaben übernehmen

Schwindende Gläubige, fehlender Priester-Nachwuchs und daraus resultierende Sparzwänge haben auch die katholische Kirche in Lehrte erreicht. In einer Pfarrversammlung hat jetzt Probst Martin Tenge der St.-Bernward-Gemeinde vorgestellt, welche Pläne das Bistum Hildesheim für das Dekanat Hannover vorsieht.

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Lorenz Kutschke (von links) und Probst Martin Tenge stellen im Gemeindehaus die Pläne des Bistums für die St.-Bernward-Gemeinde vor. Jörg Wieters und der Gemeinderatsvorsitzende Günther Schrüfer hören interessiert zu.

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Tenge und sein Pastoralreferent Lorenz Kutschke verdeutlichten den Gläubigen im Pfarrgemeindehaus an der Feldstraße, dass ihre Gemeinde in Zukunft in einem sogenannten Pastoralbereich aufgehen solle. Dieser bestehe dann aus drei Gemeinden. Neben St. Bernward werde dieser Pastoralbereich Ost auch St. Nikolaus in Burgdorf und St. Martin im Osten Hannovers umfassen. Die eigentliche Veränderung liegt in der seelsorgerischen Betreuung. Die drei nach wie vor selbstständigen Gemeinden werden gemeinsam von einem Pastoralteam betreut, das aus einem Pfarrer, zwei Pastoren, zwei Gemeindereferenten, einem Diakon und einem weiteren Mitarbeiter besteht. Das wiederum bedeutet, dass nicht mehr jede Gemeinde einen eigenen Pfarrer bekommt.

Das vorgestellte Konzept hinterließ auf der Versammlung eine eher zwiespältige Stimmung, wie auch Günther Schrüfer, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, bestätigte. "Ein Schritt nach vorn ist das nicht", meinte er. Er erinnerte daran, dass die St.-Bernward-Gemeinde vor zwei Jahren erst die Fusion mit Sehnde und Bolzum bewältigen musste. Jetzt stehe noch eine weitere Veränderung an. Er gab zu bedenken, dass St. Martin in Hannover mit seinen gut 11.000 Gemeindegliedern fast doppelt so groß sei wie St. Bernward. Bei der Zusammensetzung der Gemeinden mit insgesamt knapp 24.000 Gläubigen bliebe für Lehrte "rein rechnerisch ein Dreiviertelpriester". Man müsse aber mit der Situation umgehen, die man nicht vermeiden könne.

Die größte Sorge an der Feldstraße sei, dass es in Lehrte keinen Geistlichen vor Ort geben könnte, machte Schrüfer deutlich. Der Pfarrgemeinderat wolle sich dafür einsetzen, dass ein Priester in St. Bernward ansässig sei. Das aber könne man erst besprechen, wenn die Besetzung des Personalteams feststehe. Die befürchtete geringe Präsenz von Geistlichen hätte in Lehrte, wie in allen betroffenen Gemeinden, Konsequenzen. Probst Tenge brachte verstärkt die Einbindung von Laien ins Spiel. Sie könnten zum Beispiel Beerdigungen übernehmen. "Bei uns gibt es Mitglieder, die daran Interesse hätten", sagte Schrüfer. 

Die Neuausrichtung in den Gemeinden wird ohnehin noch nicht von heute auf morgen stattfinden. In Lehrte wird Pfarrer Roman Blasikiewicz mindestens noch zwei Jahre im Amt sein. "Er kann sich aber vorstellen, mit Erreichen der Altersgrenze von 68 Jahren in Pension zu gehen", verriet Schrüfer. Das sei eine Gelegenheit, zu der die neuen Pläne in Kraft treten könnten.

Von Michael Schütz

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