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Prozess um Messerstiche beginnt

Lehrte/Hildesheim Prozess um Messerstiche beginnt

Zwei Männer bedrängen eine Frau, vier Augenzeugen schreiten ein, einer von ihnen wird dann selbst zum Ziel von Schlägen, Tritten und vier Messerstichen: Was sich am 1. August an der Schlesischen Straße abgespielt hat, ist die schockierendste Straftat des Jahres 2015 in Lehrte. Am Montag beginnt der Prozess gegen einen der zwei mutmaßlichen Täter.

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Der Prozess um die schockierendste Straftat des Jahres 2015 in Lehrte beginnt am Montag.

Quelle: dpa

Lehrte. Versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung: So lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Hildesheim gegen den 28-jährigen Lehrter. Heute um 9 Uhr steht er vor der Strafkammer 1 des Landgerichts. Insgesamt neun Verhandlungstage sollen ans Licht bringen, was in jener Sommernacht gegen 3 Uhr im Bereich der Großsporthalle an der Schlesischen Straße genau geschah. Mit dem Urteil rechnet das Gericht für Mitte Februar.

Laut Anklageschrift hat der 28-Jährige zunächst gemeinsam mit einem Begleiter, von dem noch jede Spur fehlt, auf seine damals 33-jährige Freundin eingeschlagen. Die vier Zeugen beobachteten die Szene und griffen ein. Der Angeklagte soll daraufhin ohne Vorwarnung einen der Helfer, einen 21-Jährigen, mit der Faust derart heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass dieser sofort benommen zu Boden ging. Der unbekannte Begleiter habe auf die gleiche Weise einen weiteren Helfer, einen 22-Jährigen, niedergestreckt, heißt es. Dann habe der Mann gerufen „Jetzt steche ich euch alle ab!“ und mit dem Angeklagten auf die am Boden Liegenden eingetreten.

Damit nicht genug: Laut Staatsanwaltschaft zückte der Begleiter des Angeklagten ein Messer und stach damit auf den am Boden liegenden 22-Jährigen ein. Das Opfer erlitt vier jeweils sechs Zentimeter tiefe Stichverletzungen, zwei davon am rechten Oberarm, jeweils eine am linken Oberarm und am rechten Schulterblatt. Erst als Passanten sich näherten, flüchteten der Angeklagte und sein Begleiter.

Die Stiche, welche dem 22-Jährigen zugefügt wurden, stuft die Staatsanwaltschaft als „potenziell lebensbedrohlich“ ein. Dass der 28-jährige Angeklagte selbst geschlagen und zugetreten sowie seinen Begleiter nicht von den Messerstichen abgehalten hat, könnte ihn nun ins Gefängnis bringen. Festgenommen worden war er am 17. August. Seitdem sitzt er in U-Haft, schweigt aber zum Tatvorwurf und sagt auch nicht, wer sein Begleiter mit dem Messer war.

Warum er und sein Komplize mit der 33-Jährigen in Streit geraten waren und sie heftig bedrängt hatten, ist noch unklar. Möglicherweise spielt aber Eifersucht eine Rolle. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-Jährigen vor, schon im April gewalttätig gegenüber seiner Freundin geworden zu sein und ihr dabei das Handy entwendet zu haben - um damit nachzuweisen, dass die Frau fremdgegangen war.

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