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Integration im Sportverein: Einfach anfangen

Lehrte Integration im Sportverein: Einfach anfangen

Wie kann ich Flüchtlinge in meinen Verein integrieren? Wo sind Chancen, was für Fallstricke gibt es? Wer berät und welche Fördermöglichkeiten gibt es? Zum ersten Sportintegrationsforum des Regionssportbundes Hannover sind mehr als 50 Vertreter aus Sport, Kommunen und Verbänden erschienen.

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Jan Hinzmann (Mu-Do-Kwan Lehrte) und Bekir Özer (TSG Ahlten) schauen sich die auf den Stellwänden vorgestellten Projekte an.

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. Sportvereine sind eigentlich der ideale Ort für Integration: Sie bieten Raum für Kommunikation, die körperliche Betätigung entspannt und macht den Kopf frei von Sorgen und Traumata. Sport ist international und fördert die Gesundheit. Doch was haben Sportvereine zu beachten, wenn sie spezielle Projekte anschieben oder auch nur einzelne Flüchtlinge in ihre Reihen einladen wollen? Welche Fördermaßnahmen gibt es? Was ist rechtlich zu beachten? Welche Erfahrungen haben andere Vereine schon gemacht?

Antworten gab es beim ersten Sportintegrationsforum, zu dem der Regionssportbund Hannover in die Räume der Bürgerschützen-Gesellschaft Lehrte eingeladen hatte. Mehr als 50 Vertreter von Sportvereinen, aber auch Hilfsorganisationen und Kommunen waren dem Aufruf gefolgt.

Ob Flüchtlinge Vereinsmitglieder sein müssen, damit sie Sportangebote wahrnehmen können, entscheide die Satzung, referierte Rechtsanwalt Elmar Lumer, der dieses Themengebiet bereits für den Landessportbund Nordrhein-Westfalen als Leitfaden zusammengefasst hat. Beitragsfreiheit und eine zeitlich begrenzte Mitgliedschaft seien sensibel zu handhaben. Flüchtlinge könnten auch ehrenamtlich im Verein mitmachen. "Sollten sie aber als Übungsleiter gegen Aufwandspauschale tätig werden, ist der Status entscheidend", sagte Lumer.

Neben dem Integrationsbeauftragten des SV Yurdumspor, Dirk Ewert ,stellten auch Jan Hitzmann und Lea Vergin vom Teakwon-Do-Verein Mu-Do-Kwan Lehrte ihr Projekt  "Kampfsport verbindet. Mit Teakwondo in ein neues Leben" vor. Dort können Flüchtlinge unverbindlich freitags am geschlechtergemischten Training teilnehmen. Zwei von ihnen sind Träger des Schwarzen Gürtels und mittlerweile als Co-Trainer dabei.

Flüchtlingsarbeit sei nicht ganz einfach, aber sehr lohnend, betonten beide. "Wir wünschen uns, dass mehr Vereine einfach mal anfangen." Wer sich genau überlege, mit welcher Werbung er Flüchtlinge erreiche, und sich auch darüber im Klaren sei, dass sie am Anfang durchaus Hilfe bei der Organisation von Anfahrt bräuchten, erlebe bald, wie bereichernd es sei, wenn der eine vom andern lernen könne.

Das sind die Fördermöglichkeiten

Wichtig vor allem für Vereine mit guten Ideen, aber kleinem Budget sind Fördermöglichkeiten. Und da gibt es in der Tat einige. Etwa die InterAktionSport: Der Landessportbund fördert sportliche Integrationsprojekte mit bis zu 500 Euro. Der Sparkassen-Sportfonds der Sparkasse Hannover unterstützt Vereine aus der Region Hannover, die Mitglied im Landessportbund Niedersachsen sind, bei zukunftorientierten Projektideen jährlich mit insgesamt bis zu 100.000 Euro.

Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung fördert in sich geschlossene, noch nicht begonnene Einzelprojekte einmalig mit bis 2000 Euro bei einer Eigenbeteiligung in gleicher Höhe, etwa aus Verein, Spenden oder Sponsoren.

BFD Welcome ist seit dem 1. Dezember vergangenen Jahres ein Sonderprogramm innerhalb des Bundesfreiwilligendienstes für Tätigkeiten mit Flüchtlingsbezug. Nicht nur Deutsche, auch Asylbewerber aus unsicheren Herkunftsstaaten und Personen mit Asylberechtigung können solcherart im Sportverein eingesetzt werden.

Insgesamt werden 10.000 Plätze finanziert. Das Programm gilt seit dem 1. Dezember und ist bis ins Jahr 2018 festgeschrieben. Der ASC Göttingen beteiligt sich mit 50 Plätzen im Bereich Sport für Niedersachsen.

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Von Sandra Köhler

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