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Rufus Beck gibt den "Volksfeind" auf der Bühne

Lehrte Rufus Beck gibt den "Volksfeind" auf der Bühne

Der aus Fernsehen und Theater bekannte Schauspieler Rufus Beck war mit dem Drama "Der Volksfeind" nach Hendrik Ibsen zu Gast im Kurt-Hirschfeld-Forum. Er spielte die Hauptrolle, den Badearzt Thomas Stockmann.

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Machtkampf zweier Brüder: Michael Rast als Landrat Peter Stockmann (links) und Rufus Beck als Badearzt Thomas Stockmann liefern sich hitzige Rededuelle.

Quelle: Susanne Hanke

Lehrte. Da raufte sich Rufus Beck in der Rolle des Badearztes Thomas Stockmann doch des Öfteren die Haare. Bei so viel Unverständnis, das ihm seine Mitmenschen in dem Schauspiel „Ein Volksfeind“ nach Henrik Ibsen in einer Neufassung von Rainer Erler entgegenbrachten.

Emotionsgeladen flogen seine Schuhe durch die Luft, und voll Tempo flitzte er mit rudernden Armen über die Bühne im Kurt-Hirschfeld-Forum. Der schlaksige Mime mit dem ausdrucksvollen Gesicht spielte die Figur des wahrheitsliebenden „Gutmenschen“ mit der ihm eigenen Impulsivität.

In einer norwegischen Kleinstadt freuen sich die Bewohner auf den wirtschaftlichen Aufschwung durch das florierende Heilbad. Doch als eine Typhus-Epidemie im Kurort auftritt, forscht Badearzt Stockmann nach und findet heraus, dass industrielle Abwässer die Heilquelle vergiften. Aber sein Engagement, um die Katastrophe abzuwenden, stößt nicht auf Gegenliebe. Sein Bruder, der Landrat, fürchtet den Verlust seiner Wählerstimmen, der Vater seiner Frau sieht die Gerberei bedroht, und Björnson, Verleger der lokalen Zeitung, wittert skandalträchtige Schlagzeilen. Durch geschickte Intrigen wird der Retter plötzlich zum Feind.

Eigene Interessen und starke Charakterköpfe trafen hier ungebremst aufeinander. Wolfgang Grindemann als Verleger Björnson gab der Figur eine gehörige Portion Zynismus und durch seine Körpersprache eine schlangenhafte Wendigkeit. Michael Rast als Landrat und Gegenspieler von Beck spielte mit einer aalglatten Selbstverliebtheit, der er aber auch eine humorvolle Seite verpasste. So streichelt er mit verzücktem Lächeln die Stirn seines Ebenbildes auf dem Wahlplakat - sehr zum Vergnügen des Publikums. Das reagierte allerdings sehr verdutzt auf die Ankündigung von Beck, jetzt die Nationalhymne zu singen. Denn der „Volksfeind“ will sich nicht geschlagen geben und die Wahrheit bei einer Versammlung doch noch publik machen. Doch wie so oft im Leben: niemand kommt.

Von Susanne Hanke

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