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SPD will 1000 neue Wohneinheiten in 5 Jahren

Lehrte SPD will 1000 neue Wohneinheiten in 5 Jahren

Mehr Wohnraum, mehr Anstrengungen für die frühkindliche Bildung und ein Investitionsprogramm, das sich gewaschen hat: Das sind die drei wichtigsten Eckpfeiler des SPD-Programms für die Kommunalwahl am 11. September. Unter anderem wollen die Sozialdemokraten bis zum Jahr 2021 den Wohnungsmarkt in der Stadt entspannen. Sie wünschen sich den Bau von 1000  Wohnungen.

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Das Quartier 16 ist derzeit das ehrgeizigsten Wohnbauprojekt im Stadtgebiet. Nach Wunsch der SPD sollen bis 2011 etwa 1000 neue Wohnungen entstehen.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Das Programm der SPD für die kommenden fünf Jahre ist ein dickes Brett. Und wenn es in jedem Detail in die Tat umgesetzt werden sollte, sieht Lehrte im Jahr 2021 an vielen Stellen anders aus als jetzt. „Wir wollen die Zukunft gestalten und nicht vor den Aufgaben kneifen“, sagt Petra Wegener, Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten für die Wahl zum Rat im Bereich Kernstadt. Lehrtes SPD-Parteichef Bodo Wiechmann spricht indes von einem enormen Handlungsdruck für die Stadt.

Im Programm der SPD finden sich unter anderem die Absichtserklärungen, Lehrte sicherer und sauberer zu machen, die Bürgerbeteiligung weiterzuführen, den Wochenmarkt ans Citycenter zu verlegen, eine Unternehmensbefragung anzuleiern, das Klinikum an der Manskestraße zu stärken, den Verkehrsentwicklungsplan zu aktualisieren, die Integration von Flüchtlingen zu forcieren und ein neues Konzept für die Jugendzentren zu erarbeiten. Die Kernpunkte liegen jedoch in den Bereichen Bildung, Wohnungsbau und Investitionen.

Wohnungsbau: „Lehrtes Wohnungsmarkt ist derzeit nicht in Balance“, meint Wiechmann. Es gebe zu wenig freien und bezahlbaren Wohnraum. Eines der ehrgeizigsten Vorhaben der SPD ist daher die Schaffung von 1000 neuen Wohnungen bis 2021. Diese „plakative Zahl“ wolle man durch privatwirtschaftliche Aktivitäten sowie die Ausweisung kommunalen Baulands erreichen. Und es gehe dabei nicht allein um solche Projekte wie das soeben entstehende Quartier 16 an der Schlesischen Straße, sondern auch um das Füllen von Baulücken sowie angemessene Wohnbauentwicklung in allen Ortsteilen. Und schließlich müsse das riesige Neubaugebiet Lehrte Süd-Ost vorangetrieben werden.

Investitionen: Eine neue Feuerwache samt Bauhof an der Schützenstraße plus neue Ausrüstung für die Brandschützer (22 Millonen Euro), Ausbau der Schullandschaft insbesondere in Lehrte Süd (20 Millionen), Kanalbau und Stadtentwässerung (5 Millionen), Kita- und Familienzentren (4 Millionen) sowie etliche kleinere Posten: Insgesamt 60 Millionen Euro will die SPD in Lehrte bis zum Jahr 2021 in öffentliche Vorhaben stecken. „Und das ist kein Wünsch-dir-was-Spiel, sondern resultiert aus dem vorhandenen Handlungsdruck“, meint Wiechmann. Die Ausgaben seien bitter notwendig, um Lehrte fit für die Zukunft zu machen: „Wir werden das finanzieren. Und wir meinen, das Lehrte das schaffen kann.“ Wiechmann verheimlich nicht, dass Lehrte dafür gezwungen sein könnte, Kredite aufzunehmen. „Aber wann sollten wir das machen, wenn nicht jetzt“, sagt er angesichts der Niedrigzinsphase.

Bildung: Die SPD möchte bis 2010 noch mehr Kitaplätze schaffen und auch die Öffnungszeiten der Einrichtungen flexibler gestalten. Außerdem sollen mindestens zwei Familienzentren entstehen, die unter anderem als Beratungsstellen für Eltern dienen – und zwar in Hämelerwald sowie in der Kernstadt. Die Lehrter Grundschulen möchte die SPD nach und nach mit Betreuungsangeboten an den Nachmittagen ausstatten. Es gelte „Schule und Hort intelligent zu verknüpfen“, meint Ratsherr Eckehard Bock-Wegener.
Wiechmann betont, dass die Sozialdemokraten bei den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet an den „drei stabilen Säulen“ festhalten werde: Gymnasium, IGS und Realschule. Wunschvorstellung der SPD sei eine siebenzügige IGS mit vier Klassen in Lehrte-Süd sowie drei in Hämelerwald. Auf jeden Fall wolle man den Schulstandort in Hämelerwald erhalten. Falls dort allerdings das Potenzial an Schülern nicht mehr für die vorgeschriebenen drei IGS-Klassen reiche, gebe es auch noch eine andere Möglichkeit den Standort zu sichern: „Wir haben nichts gegen eine Oberschule“, meint Wiechmann.

SPD will Rot-Grün fortsetzen

Die Lehrter SPD geht mit breiter Brust in den Kommunalwahlkampf. Und sie möchte auch nach dem 11. September die führende politische Kraft in der Stadt sein. „Wir wollen die stärkste Fraktion bleiben“, sagt Ortsvereinschef Bodo Wiechmann. Maßstab seien die 16 Sitze, welche die SPD derzeit im Rat innehat. Auch über den künftigen Koalitionspartner gibt es keine Unklarheiten: es sollen die Grünen (jetzt 7 Sitze) bleiben. Dass erstmals die AfD in den Rat einziehen könnte, sieht Wiechmann entspannt: „Es wäre nicht überraschend, wenn die AfD in Lehrte nun sichtbar wird. Das müssen wir akzeptieren.“ Die Partei Alfa, für die der frühere Lehrter SPD-Fraktionschef Hans Ahrens ins Rennen geht, werde aber „keine Rolle spielen“, meint Wiechmann.

Von Achim Gückel

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