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Frage an die Eltern: IGS oder Oberschule?

Lehrte Frage an die Eltern: IGS oder Oberschule?

Die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren und die Abschaffung der Schullaufbahnempfehlung wirbeln die Schulentwicklung in Lehrte gehörig durcheinander. SPD und Grüne fordern deshalb eine neue Elternbefragung - die aus 2013 sei überholt. Erstmals kommt dabei auch eine Oberschule als Alternative für die IGS Hämelerwald ins Spiel. Die CDU wertet das als "Offenbarungseid" und Scheitern ihrer Schulpolitik.

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Ist der Standort der IGS-Außenstelle Hämelerwald auf Dauer haltbar oder wird daraus möglicherweise eine Oberschule? Das soll eine neue Elternbefragung herausfinden.

Quelle: Kai Knoche (Archiv)

Lehrte. Der Elternwille ist für Rot-Grün entscheidend - und da liegt auch das Problem. "Das aktuelle Anmeldeverhalten bestätigt die Prognose von 2013 nicht", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Bodo Wiechmann. Damals hatte der Elternwille noch für eine siebenzügige IGS gereicht. Für das kommende Schuljahr sind aber nur 76 Schüler für die IGS angemeldet worden - das entspricht drei Zügen. Deshalb brauche man nun eine aktuellere Datenlage. Darüber hinaus seien die Schülerzahlen gestiegen, auf rund 400 Kinder pro Jahrgang statt wie vorher prognostiziert 380.

Als einen Grund für die neue Elternbefragung, wie kommt voraussichtlich im Spätherbst, nennt Wiechmann die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien. "Das ist für viele Eltern attraktiv." Das bestätigen auch die Zahlen: Statt wie bisher 38 Prozent haben aktuell 48 Prozent der Eltern des fünften Jahrgangs das Gymnasium für ihren Nachwuchs gewählt. Deshalb erwartet Rot-Grün am Standort Lehrte Mitte auch zusätzlichen Raumbedarf. Denn die Kapazitäten in der benachbarten Albert-Schweitzer-Grundschule, die das Gymnasium mit nutzt, seien ausgeschöpft. Dafür soll die Verwaltung ein Konzept erarbeiten.

Einen neuen Vorstoß geht Rot-Grün in Sachen Oberschule, die einen Realschul- und Hauptschulzweig unter einem Dach vereint - und zwar als Alternative für die IGS-Außenstelle Hämelerwald. Erstmals soll deshalb auch abgefragt werden, wie groß das Interesse der Grundschuleltern daran ist. Im Vorfeld soll es dazu als Orientierungshilfe Informationsveranstaltungen geben, wegen der "besonderen Standortfrage" eine davon in Hämelerwald.

Das sagt die CDU

Die CDU hatte stets betont, dass es für die IGS Hämelerwald zu wenige Schüler gebe. "Wir fordern eine politische Willensbekundung zum Standort Hämelerwald ein", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. Im zweiten Jahr hintereinander hätten sich nur knapp über 70 Schüler für die IGS angemeldet. Damit sei nur ein 3-zügiger Betrieb möglich. "Wenn diese Zahlen vorher angenommen worden wären, hätte die IGS nie genehmigt werden dürfen", sagt er.

Nach Ansicht der CDU hat die Elternbefragung 2013 ein falsches Bild erzeugt, tatsächlich wählten die Eltern ganz andere Schullaufbahnen für ihre Kinder als seinerzeit prognostiziert. Maximal 60 Schüler im Osten Lehrtes reichten nicht für den Betrieb einer 3-zügigen IGS-Außenstelle aus. Und die Mehrheitsfraktionen seien erst heute zu dieser Einsicht gelangt - und brächten daher die Umwandlung in eine Oberschule mit Real- und Hauptschulzweig ins Spiel. "Das ist ein Offenbarungseid, damit ist Rot-Grün mit ihrem Schulentwicklungsplan endgültig gescheitert", urteilt Deneke-Jöhrens.

Der CDU-Chef kritisiert heftig, dass nun eine "neue Elternbefragung die Schulwelt ordnen soll", statt die Realitäten zu analysieren und auf Basis der vorliegenden Zahlen Modelle zu entwickeln. Statt zu agieren, werde weiter auf Zeit gespielt. Jetzt bedürfe es einer politischen Entscheidung zum Standort Hämelerwald. "Wollen SPD und Grüne den Standort erhalten, sehen sie noch Entwicklungspotential in Hämelerwald oder haben sie den Standort bereits aufgegeben?", fragt sich Deneke-Jöhrens. Dabei seien Millionenbeträge in den Ausbau des Standorts geflossen - gegen den Willen der CDU, wie er betont.

Enttäuscht zeigt sich Deneke-Jöhrens auch von der Rolle der Ortsräte. Die CDU habe alle Mitglieder aus Immensen, Arpke, Sievershausen und Hämelerwald wegen der drohenden Schließung Hämelerwalds angeschrieben: "Es gab null Resonanz aus dem rot-grünen Bereich." Entweder gebe es einen Maulkorberlass aus Lehrte, oder es herrsche Desinteresse. Auch von den Ortsbürgermeistern in Lehrtes Osten sei nichts zu hören gewesen. "Statt zu sagen, was man selbst politisch will, veranstaltet man so lange selbst gestrickte Elternbefragungen, bis ein genehmes Ergebnis herauskommt", resümiert der CDU-Chef.

Von Oliver Kühn

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