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Flüchtlingskinder trainieren Fahrradfahren

Lehrte Flüchtlingskinder trainieren Fahrradfahren

Rund 20 Flüchtlinge, vor allem Kinder und Jugendliche, haben am Freitag am bisher ersten Fahrradtraining des SV Yurdumspor teilgenommen. Im Vorfeld hatte es immer wieder Beschwerden von Lehrter Bürgern gegeben, dass Flüchtlinge sich im Straßenverkehr nicht an die Regeln hielten.

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Abdul (10) fährt sicher durch den Klötzchen-Parcours.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. "Es wurde kritisiert, dass Flüchtlinge mit dem Rad oft kreuz und quer fahren oder beim Abbiegen nicht den Arm ausstrecken", erklärte Dirk Ewert, Integrationsbeauftragter beim SV Yurdumspor. Gerade weil der Verein auch eine Fahrradwerkstatt mit Flüchtlingskindern betreibt und ihnen Räder zur Verfügung stellt, habe man sich verpflichtet gefühlt, den jungen Verkehrsteilnehmern auch das korrekte Verhalten auf der Straße beizubringen.

Gefährliche Situationen habe es schon des öfteren gegeben, Unfälle zum Glück kaum. "Ich weiß lediglich, dass ein Flüchtling auf dem Fahrrad mal einem Motorradfahrer die Vorfahrt genommen und dadurch einen Zusammenstoß verursacht hat", berichtete Ewert.

Beim Fahrradtraining auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft an der Manskestraße trainierten die Teilnehmer vor allem die Praxis. Volker Schrader, der das Training jahrelang an Grundschulen angeboten hat, hatte dafür einen Parcours mit acht Stationen aufgebaut.

Die Flüchtlinge fuhren unter anderem über ein Schräg- und ein Spurbrett, durch einen Klötzchen-Parcours und mit nur einer Hand um Pylonen herum. Schrader schaute genau hin und korrigierte sofort, etwa wenn der zehnjährige Abdul bei der Übung zum Abbiegen nicht den Arm ausstreckte oder Sudanese Allmohamd Ali (31) vor der Zielschranke nicht korrekt abbremste.

"Vor allem die Rechts-vor-links-Regel und dass man in Deutschland als Radfahrer das Abbiegen mit der Hand anzeigt, ist für viele neu", sagte Schrader. Er würde für die Flüchtlinge künftig gern noch eine Verkehrserziehung anbieten, bei der im Parcours auch Schilder aufgebaut sind. In der Unterkunft gibt es bisher Flyer, welche die wichtigsten Verkehrszeichen auf Arabisch erklären.

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"Bremsen, Kollege, bremsen!" - Volker Schrader erklärt Allmohamd Ali, dass er vor der Zielschranke einmal anhalten muss.

Quelle: Katja Eggers

Von Katja Eggers

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