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Sammelunterkunft: Erste Bewohner kommen morgen

Lehrte Sammelunterkunft: Erste Bewohner kommen morgen

Die nächste Sammelunterkunft für Flüchtlinge in Lehrte ist fast fertig. Nur rund sechs Wochen hat der Umbau des früheren Brotlagers an der Everner Straße gedauert. Am Donnerstag sollen dort 56 Menschen einziehen, in der nächsten Woche noch einmal gut 100.

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Flüchtlingsunterkunft, Lehrte, Brotlager, Everner Straße, Golden ToastEin früheres Brotlager wird zur Sammelunterkunft. Die letzten Arbeiten müssen schnell gehen, weil schon am Donnerstag die ersten Menschen einziehen.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Noch Anfang Januar war es einfach nur eine leere, hohe Lagerhalle. 2200 Quadratmeter groß, kühl, trist. Jetzt sieht das ehemalige Brotlager des Großbäckers Kamps vollkommen anders aus. Arbeiter haben aus Leichtbauwänden mehr als 50 sogenannte Wohnboxen hochgezogen: Zwischen 15 und 25 Quadratmeter groß und teilweise sogar auf zwei Ebenen übereinander angeordnet. Die Einheiten sind streng durchnummeriert, spärlich möbliert, nicht alle haben Fenster nach außen, nicht alle sind schon mit Türen versehen. Die Arbeiten gehen in diesen Tagen in den Endspurt. Wohnlich sieht anders aus.  Aber schon am Donnerstag ziehen in die Sammelunterkunft an der Everner Straße, auf der außen noch das Logo von "Golden Toast" prangt, 56 Flüchtlinge ein.

Die Stadt hat mit dieser auf drei Jahre angemieteten Sammelunterkunft etwas eingerichtet, was sie ursprünglich gar nicht wollte. Der riesige Flüchtlingsstrom zwingt sie aber zu einer derartigen Massenunterbringung in einer früheren Lagerhalle. Das ist wohl immer noch besser als die Belegung von Sporthallen oder Dorfgemeinschaftshäusern, mag sich manch einer der Politiker und Verwaltungsvertreter gedacht haben, die die Unterkunft nun in Augenschein nahmen.

Tatsächlich sollen die Flüchtlinge, die in Lehrte ankommen, möglichst nur für kurze Zeit in dem früheren Brotlager bleiben. Von dort aus führe der Weg für sie so schnell wie möglich in Wohnungen, hieß es bei dem Ortstermin.

So schnell die Wohnboxen auch errichtet wurden, so trist sieht es an vielen Stellen in der Sammelunterkunft noch aus. Farbe sollen die Flüchtlinge in gemeinsamen Aktionen selbst an die Wände bringen. Teppichfußboden kommt erst nach und nach -  kostenlose Reste, die zuvor bei Messen verwendet wurden und die ein Handwerksbetrieb spendet.

Auch ein doppelwandiges Großzelt ist neben der neuen Sammelunterkunft entstanden. Es dient als Gemeinschafts- und Essraum. Nebenan wurden Waschmaschinen und Wäschetrockner aufgebaut. Auf der anderen Seite der Halle hat die Stadt Container mit Sanitäranlagen aufgestellt.

Betreut wird die Sammelunterkunft vom Malteser Hilfsdienst sowie von der Caritas, welche die sozialen Dienste übernehmen wird. Ein Wachdienst wird auf die Unterkunft aufpassen, Speisen werden von einer Tochtergesellschaft der Malteser angeliefert, ein kurzer Abschnitt entlang der Landesstraße neben der Sammelunterkunft soll noch zum provisorischen Fußweg werden. Schon in wenigen Wochen soll die Unterkunft voll belegt sein.

Platz für 200 Menschen

In der neuen Sammelunterkunft an der Everner Straße ist Platz für bis zu 200 Menschen. Schon Ende nächster Woche werden dort fast 160 Plätze belegt sein. Nach Angaben der Stadt stammen die 56 Menschen, die schon morgen im ehemaligen Brotlager einziehen, aus dem Iran, dem Irak, aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Unter ihnen seien 19 Einzelpersonen, vor allem aber Familien, teils mit kleinen Babys.

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Von Achim Gückel

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