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Sattelzug ramponiert Vorgärten

Hämelerwald Sattelzug ramponiert Vorgärten

Irre Szene in Hämelerwald-Süd: Am Dienstagmorgen verirrt sich der Fahrer eines Sattelschleppers in die enge Wohnstraße Plötzengrund. Er demoliert einen Zaun und fährt durch einen Vorgarten. Anwohner fürchten nun, dass sich die Szene wiederholen könnte, Schuld ist die Sanierung der L413.

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Spuren einer Irrfahrt: Der Sattelzug, der sich am Dienstagmorgen in Hämelerwald-Süd verirrt, hat einen Zaun umgefahren.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Es war 6.30 Uhr am Dienstag, als die Anwohner des Plötzengrunds und des Rotfederwegs am südlichsten Zipfel von Hämelerwald-Süd ein lautes Knirschen hörten. In diesem Moment war der verirrte Sattelzug beim Rangieren schon in einen Zaun gefahren. Dann bretterte das schwere Gefährt quer durch Lavendel und Büsche eines zweiten Vorgartens und kurvte davon.

Heiko Danielzik, Anwohner und Mitglied des Ortsrats Hämelerwald, bekam die Szene mit. Er meint, nun werde etwas Realität, was unlängst sogar der Ortsrat als Schreckensszenario thematisierte: nämlich, dass sich Lastwagenfahrer wegen der Sperrung der L 413 Umleitungsstrecken suchen, wo es gar keine gibt.

Eigentlich dürfte es dazu gar nicht kommen, meint Fabian Nolting, Sprecher der Stadt Lehrte. Lastwagenfahrer, die aus Richtung Norden kommen, werden schon an der Autobahn 2 mit Schildern über die Sperrung der L 413 in Kenntnis gesetzt. Nach seinen Angaben stehen entlang der Route durch Hämelerwald vier solcher Hinweise. Doch mancher Lastwagenfahrer nimmt all dieses offenbar nicht wahr - und steht dann am südlichen Ortsausgang vor einer Bake samt Schild, das die L 413 als Sackgasse ausweist.

Gleich nebenan führt jedoch die Dammstraße ins Wohngebiet Hämelerwald-Süd. Das ist quasi eine einzige große Sackgasse, was ein Schild auch dokumentiert. Für manche Lastwagenfahrer sieht der Dammweg aber offenbar aus, als sei er eine prima Umleitung - und schließlich kommt es zu solch wahnwitzigen Szenen wie jetzt am Plötzengrund.

Danielzik und andere Anwohner fordern nun eine Bake an der Einfahrt zum Dammweg. Sie soll Lastwagenfahrern zusätzlich verdeutlichen, dass es für sie dort nicht weitergeht. Ob das so kommt, wird kurioserweise nicht die Stadt Lehrte, sondern der Landkreis Peine entscheiden. Denn die Baustelle, die Auslöser für den Ärger in Hämelerwald-Süd ist, liegt auf Peiner Terrain. Für die sogenannten verkehrsbehördlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Sanierung der L 413 ist daher die dortige Landkreisverwaltung zuständig.

Nolting betont aber, dass die Stadt Lehrte schon Kontakt nach Peine gesucht und das Problem mit den Lastwagen geschildert habe. Situationen wie am Plötzengrund könne ja niemand wollen, sagt er.

Der Fahrer des Sattelzug hatte am Dienstagmorgen noch versucht, unbemerkt zu verschwinden. Anwohner notierten sich jedoch das Kennzeichen und schalteten die Polizei ein. Diese hat den Fahrer bereits ermittelt.

Ein Umweg von 16 Kilometern

Die Sanierung der L 413 südlich von Hämelerwald begann Anfang dieser Woche. Zwischen Mittellandkanal und Gut Schierke soll die Fahrbahn erneuert werden. Schon Anfang November soll das 388.000 Euro teure, vom Land Niedersachsen finanzierte Projekt beendet sein.

Bauarbeiten und Straßensperrung waren sehr kurzfristig angekündigt worden – was unter anderem beim Adolphshof, der mit dem Auto nur über die L 413 erreichbar ist, für große Verstimmung sorgt. Die offizielle Umleitung führt über Sievershausen sowie Vöhrum und Schwicheldt im Landkreis Peine. Sie bedeutet einen Umweg von etwa 16 Kilometern. Eine kürzere Umfahrung gibt es nicht.

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